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Leben in Bewusstlosigkeit

DORTMUND "Den Menschen zuliebe..." - nach diesem Motto werden seit fünf Jaren im Wohn- und Pflegezentrum St. Josef in Derne, einer Einrichtung der Caritas Altenhilfe, schwer beeinträchtigte wachkomatöse und dauerbeatmungspflichtige Menschen gepflegt und betreut. Es ist die einzige Einrichtung in Dortmund für diese vom Schicksal besonders betroffenen Menschen.

von von Ulrike Böhm-Heffels

, 26.10.2007
Leben in Bewusstlosigkeit

Seit fünf Jahren werden hier im Derner Wohn- und Pflegezentrum Sr. Josef Wachkoma-Patienten in einem Sonderpflegebereich intensiv betreut.

Zur Liebe ihres Lebens geht‘s die Treppe hinauf, über den Gang, an bunten Bildern vorbei und rechts ab ins Zimmer. Die große Liebe von Barbara Durczok ist Patient auf der Wachkoma-Station im Wohn- und Pflegezentrum St. Josef. Der 53 Jahre alte Mann lebt hier mit weiteren 31 Patienten. Zwischen 30 und 70 Jahre alt sind die Männer und Frauen. Einige von ihnen leben bereits neun, zwölf Jahre im Haus. Wohnten schon hier im Zustand des Wachkomas, bevor St. Josef seinen Sonderpflegebereich bekam. Das war vor genau fünf Jahren. Seit Juli 2006 ist es auch das zweite Zuhause für Barbara Durczok. Jeden Tag kommt die 45-Jährige hierher, zur Altenderner Straße 73. Nur sonntags gönnt sie sich eine Auszeit, schöpft neue Kraft, um sie ab Montag wieder weitergeben zu können an den Mann ihres Lebens, für den sie alles aufgab. Als die beiden sich kennen lernten, hatte Barbara einen gut bezahlten sicheren Job im bayerischen Freising, aber der Mann aus Dortmund („ich möchte nicht, dass sie seinen Namen schreiben“) veränderte schlagartig ihr Leben. Sie gab alles auf, zog zu ihm hin, fand hier keinen Job. Zweieinhalb Monate dauerte das Glück in den gemeinsamen vier Wänden, dann änderte ein Schicksalsschlag das Leben beider schlagartig. Abends im Bett erlitt der damals erst 51-Jährige einen Herzinfarkt. Ohne Vorwarnung riss es den Mann, der sein Geld in der Stahlbranche verdiente, aus dem Bewusstsein. „Es dauerte 15 Minuten, bis der Notarzt kam“, erinnert sich seine Lebensgefährtin. Nach der Reanimation blieb er bewusstlos. Nur seine Atmung funktionierte noch. Ganz ähnlich verlief es bei dem Mann, der vor zwölf Jahren ins Pflegezentrum St. Josef kam. Er erlitt einen Herzinfarkt im Garten, während seiner geliebten Arbeit zwischen den Beeten. Zwölf Jahre Wachkoma – als Zustand nach Reanimation. Andere Patienten dieser Caritas-Einrichtung hatten Autounfälle oder fielen nach Operation in diesen Dauerzustand zwischen Leben, Hilflosigkeit und naher Todeserfahrung.

Die ganze Geschiche lesen Sie in der morgigen Ausgabe der Ruhr Nachrichten.

 

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