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Locker vom Hocker

Mit einem Minimum an Vorbereitungszeit das Maximum an Erwartungen erfüllen: keine besonders einfache Aufgabe. Die Schüler der Katholischen Hauptschule Husen haben sich dieser Herausforderung gestellt - und einen Sieg auf ganzer Linie eingefahren.

31.01.2008

Locker vom Hocker

<p>Husener Hauptschüler im Scheinwerferlicht. Ihre Aufführung des Musicals "Streetlight" am Mittwochabend geriet zum donnernd beklatschten Erfolg. Bock/newspic.de</p>

Dicht an dicht sitzen gut 600 Zuschauer in der voll besetzten Sporthalle der Geschwister-Scholl-Gesamtschule in Brackel. Die Schüler wollen heute Abend das Musical "Streetlight" zeigen, zusammen mit Profi-Schauspielern und -Musikern.

Die Akteure sind auf den Punkt konzentriert. Zwei Stunden vor der Premiere geben sie sich betont locker. Lampenfieber? "Nee, was soll denn passieren", sagt Lennart Zumholte selbstbewusst. Mit einigen anderen ist er für Licht und Ton verantwortlich. "Die Profis haben uns das alles gut erklärt. Und wenn doch, ist ja immer jemand dabei, der uns hilft", erklärt Alexander Scholz.

Viktoria Klaer und Ann-Christin Röttger stehen später im Scheinwerferlicht. Viktoria als Mitglied der Straßengang, Ann-Christin als Tänzerin. Die 16-jährige Viktoria hat bereits im Karnevalsverein Bühnenerfahrung gesammelt, sieht der Premiere gelassen entgegen. Einzig Marcel Klocke, der als Moderator dem Publikum die einzelnen Darbietungen erklärt, gibt zu "etwas nervös" zu sein.

Dann endlich ist es soweit. Unter aufpeitschendem Applaus von Familien und Freunden beginnt die Show. Und die 280 Schüler auf und vor der Bühne laufen zur Höchstform auf. Zusammen mit der international besetzten Band GenRosso spielen sie gut zwei Stunden, die wie im Flug vergehen.

Das Stück erzählt die wahre Geschichte des Afroamerikaners Charles Moats, der, aufgewachsen in einem Chicagoer Ghetto, aus der Spirale von Bandenkriegen und Hoffnungslosigkeit ausbrechen, mit seiner "Streetlight-Band" mehr aus seinem Leben machen will.

Doch die Geschichte endet tragisch. Moats, der sich gewaltfrei für andere einsetzte, wird vor der Haustür erschossen. Geschehen 1969, doch die Botschaft hat an Aktualität nicht verloren.

Nur zwei Tage hatten die Schüler Zeit, ihre Rollen zu lernen. Zwei Tage, in denen sie lernten, dass das Unmögliche manchmal doch möglich ist. Die Gruppe hat ihnen die Kraft gegeben. Und der Lohn war am Ende der donnernde Applaus des Publikums. RM

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