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Magie mit Taktstock

Begeistert gefeiert wurde der designierte Generalmusikdirektor Jac van Steen beim ersten Philharmonischen Konzert. Von heute bis Mittwoch steht er wieder am Pult - und das Publikum darf sich auf drei spannende Abende freuen.

09.03.2008

Magie mit Taktstock

<p>Jac van Steen ist ab heute im Konzerthaus mit den Philharmonikern zu erleben. Reminghorst</p>

Zum ersten Mal haben die Philharmoniker am Samstag eine Probe für Zuhörer geöffnet. Der Rotaract Club, die Jugendorganisation von Rotary International, erlebte das Orchester "von innen", aus Sicht der Musiker. Und van Steen von vorn. Viel Präsenz strahlt der Niederländer aus, freundlich, aber bestimmt sein Umgangston, gewaltig seine Ausstrahlung, effektiv seine Arbeit am Klang. Ein Vollblutmusiker am Pult.

Gerade 20 Minuten arbeitet van Steen in dieser vorletzten von vier Proben für das Philharmonische Konzert heute am 1. Satz von Saint-Saens' 3. Violinkonzert, lässt ihn erst ganz durchspielen, probt dann fünf Stellen, macht klare Ansagen: "Dieses Tremolo muss man wie angehauchte Luft spielen, im Konzerthaus klingt es dann wie eine Wolke." Die Musiker setzten das schnell um. Man spürt den Enthusiasmus, der von dem 51-Jährigen ausgeht, fühlt, wie er mit den Augen hypnotisiert. Nach 20 Minuten klingt der Satz ganz anders.

Solistin an diesem Proben-Vormittag ist die erst 14-jährige Charlotte Woronkow, Schülerin von Alexander Ostrovski. Extra für diese Probe hat sie das Konzert einstudiert, hatte vorher eine Zimmerprobe mit van Steen, durfte einspringen, weil die Solistin Alina Ibragimova, die im Konzerthaus spielt, am Samstag keine Zeit hatte. Van Steen möchte jungen Talenten eine Chance geben. Nach weiteren 20 Minuten klingt der 2. Satz französisch elegant, 15 Minuten später ist das Finale fast konzertreif. Van Steen-Proben sind effektiv, sie verwandeln ein Orchester. Das ist auch Magie mit dem Taktstock.

Variationen von französischen Farben will der künftige GMD im Konzert zeigen: Mit den Nocturnes von Debussy, klassischen Impressionisten-Werken, der Poulenc-Suite "Les Biches" mit Mozart-Zitaten, dem virtuosen Saint-Saens-Konzert und mit Frankreich durch die amerikanische Brille, Gershwins "Amerikaner in Paris". "Das ist Hollywood und wird richtig fett gespielt", freut sich van Steen. - Und sein Publikum aufs Konzert. Julia Gaß

Termine: 10.-12.3., 20 Uhr, Konzerthaus. Karten: Tel. 50-272 22.

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