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"Marien-Oratorium" als Entdeckung

09.12.2007

"Marien-Oratorium" als Entdeckung

<p>Mit einem Marien-Oratorium empfahl sich das Amadeus Kammerorchester in der Immanuelkirche. Schütze</p>

Gerne waren die Theater- und Konzertfreunde in den vergangenen 20 Jahren mit ihrem Adventskonzert in verschiedenen Kirchen zu Gast. In der Immanuelkirche in Martin sind sie nun heimisch geworden: 1000 Karten hätte der Verein für die 350 Plätze in der schönen Jugendstilkirche verkaufen können.

Und die vortreffliche Akustik schien das Amadeus Kammerorchester unter Felix Reimann zu beflügeln. Große musikalische Qualität ist man von ihm gewohnt, am Samstag ist es noch etwas über sich hinaus gewachsen, spielte mit einer gestochen klaren Präzision und empfahl sich auch als vorzügliches Barockmusik-Ensemble.

Eine neues Werk, hat Reimann für das Konzert zusammengestellt. Die sieben Sätze aus Bachs h-Moll-Suite hat er mit den drei Alt-Arien aus dem Weihnachtsoratorium zu einem "Marien-Oratorium" zusammengefügt. Tonal und im musikalischen Charakter war diese Zusammenstellung vortrefflich. Franziska Rabl sang die Marien-Arien mit sehr schön dunkel gefärbtem Mezzo und relativ flott - so wie Reimann alle Sätze anlegte. Mit bewundernswerter Präzision spielten die zwölf Streicher ohne Dirigent die schnellen Tänze. Die Badinerie in einer Kirche in so rasantem Tempo zu blasen, war von Flötist Felix Reimann eine besondere Kunst.

Auch im langsamen Satz aus Vivaldis "Winter" breitete Shin-Kyung Kim Eis-Stimmungen mit kristallinem Ton flott aus. Für ein weiteres Glanzlicht sorgte Trompeter Jürgen Pöchhacker in Haydns Es-Dur-Trompetenkonzert. So sauber geblasen hört man dieses Konzert nicht immer - auch wenn es ein Pflichtstück jedes Orchestermusikers ist.

Die schöne Mischung aus Festlichem und Besinnlichem macht den Reiz des Traditionskonzerts aus. Den Barockwerken stellte das Orchester die dicht musizierte Elegie von Tschaikowsky gegenüber. Und Franziska Rabl sang neben zwei Lieblingsweihnachtsliedern noch das "Cantique de Noel" von Opernkomponist Adam. Der Konzert-Mitschnitt erscheint im Frühjahr auf CD. JG

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