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Martin Kesici und Markus Grimm stellten ihr Buch vor

Pauluskirche

DORTMUND Wussten wir‘s doch: Casting-Shows wie "DSDS" haben das Ziel, Quoten zu heben und Werbeblöcke zu verkaufen. Und die Talente? Nur ein Köder. Mit Speck fängt man Mäuse, mit Casting-Mäusen Heerscharen von Teenies, die vor der Glotze hocken.

von Von Kai-Uwe Brinkmann

, 16.04.2010
Martin Kesici und Markus Grimm stellten ihr Buch vor

Beim verbalen Pingpong in der Pauluskirche: Markus Grimm (l.), Martin Kesici.

Diese und andere Wahrheiten finden sich jetzt gedruckt: „Sex, Drugs & Casting-Shows“. Am Donnerstag lasen Martin Kesici und Markus Grimm in der Pauluskirche aus ihrem Buch. Es war weniger eine Lesung als ein hoch amüsanter Spontanritt durch den Popstar-Zirkus. Die beiden wissen, wovon sie reden. Kesici, 2003 Sieger von „Star Search“, geisterte damals als „Kinnteufel“ durch die Yellow Press.

Markus Grimm wurde 2004 bei „Popstars“ in die Siegerband Nu Pagadi gewählt. Nun packen sie aus zum Durchlauferhitzer „Castingshow“, der Ruhm und Geld versprach. Der Lorbeer welkte im Eiltempo, die große Kohle blieb eine Fata Morgana. „95 Prozent der Leute im Musikbusiness sind Armleuchter“, so Grimm. Dann watscht er Daniel Küblböck ab, der die Frechheit besitze, Fans um 165 Euro zu schröpfen. Für eine „Gala“. „Eine Schweinerei“. Die Stimmparodie liefert Grimm gleich mit. Was Kesici zur nächsten Lästerstory befeuert. Die Chemie zwischen beiden stimmt. Sie spielen Verbal-Pingpong, Schlaglicht auf Kalauer auf Anekdote. „Da stehe ich und soll ein Album einspielen. Das Studio hat nicht mal ein Schlagzeug, nur Laptops. Alle Songs sind der letzte Mist“, beschreibt Kesici seinen harten Sturz aus Wolke 7. „Du bist eine Marionette, die nichts zu melden hat.

Guckt Euch die Verträge an, die im Buch abgedruckt sind.“ Kesici (Berliner Schnauze) und Grimm (Selbstbeschreibung: „rundliche Schwuchtel mit Haarausfall“) laufen zu Hochform auf. Hey, das sind Entertainer! Schlagfertig und kicherkomisch. Mit einem Buch, das Möchtegern-Popstars aus allen Träumen reißt.

  • Sex, Drugs & Casting-Shows, Riva Verlag, 428 S., 17,90 Euro.