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Mauerbau entzweit Politik

Brackel Die Lärmschutzwand für Tedi am Brackeler Hellweg lässt die politischen Wellen hochschlagen.

15.04.2010

Mauerbau entzweit Politik

Die Partei "Die Linke" stört es, dass die im Mittel acht Meter, in der Spitze sogar elf Meter hohe Wand ausschließlich nur mit Efeu bepflanzt werden soll. Utz Kowalewski, planungspolitischer Sprecher der Fraktion "Die Linke" im Rat, kritisiert, dass die Stadt bei sozialen Einrichtungen Geld kürzen wolle, gleichzeitig aber für den Mauerbau mit Grundstücks- bzw. Immobilienerwerb runde zwei Millionen Euro ausgebe. Tedi sei sogar mit 200 000 Euro Wirtschaftsförderung "geködert" worden. Dabei gebe es bessere Standorte wie das Logistikzentrum auf der Westfalenhütte.

"Zeit im Nacken"

Ex-Bezirksbürgermeister Karl-Heinz Czierpka (Foto, SPD) weist die Kritik zurück. Tedi selbst, so der Sozialdemokrat, wäre gern auf die Westfalenhüttenfläche gegangen, dort sei die Erschließung aber noch nicht so weit, und Tedi habe "die Zeit im Nacken" gesessen. Hätte man die Firma ziehen lassen, wären Dortmund Gewerbesteuern in siebenstelliger Höhe und viele Arbeitsplätze verloren gegangen.

Czierpka findet es normal, dass die Stadt die Ansiedlung unterstützt, indem sie die Infrastruktur fördert. Auch schotte die Wand die Anwohner vom Hellweg-Geräuschpegel ab. "Spätestens mit Errichtung des zweiten Straßenbahngleises hätten wir ohnehin über Lärmschutz nachdenken müssen, und die neue Fleischerei von Rewe ist ohne diese Wand auch nicht möglich." Was an Efeu schlecht sein solle, bleibe Kowaletzkis Geheimnis. Es ziehe Insekten an, die Vögeln als Nahrung dienten. Und die Wand sei Nistplatz für sie.

Laut Thomas Pisula, dem planungspolitischen Sprecher der CDU, ist die Stadt verpflichtet, die Wand zu bezahlen. Denn sie habe den Fehler begangen, die Siedlung auf der Nordseite des Hellwegs als "Reines Wohngebiet" und nicht als "Allgemeines Wohngebiet" auszuweisen.

Firmen selbst aktiv

Die Grünen-Forderung, Tedi solle die Wand selbst bezahlen, lehnt die CDU ab. Tedi und Rewe schafften Jobs, sorgten auf ihren Grundstücken für Lärmschutz, da könne die Stadt doch einen bescheidenen Beitrag leisten.