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Mengeder Angriff pariert

HOLTHAUSEN Eine "feindliche Übernahme" mussten Evings "Ortsbürgermeister" Helmut Adden und Ulrike Kalthoff-Lübeck, die Vorsitzende des Heimatvereins Holthausen, am "Tag der Einheit" abwehren.

05.10.2007

Der "Angriff" kam vom Heimatverein Mengede, denn nach dessen Meinung gehört das Dorf besser zum Stadtbezirk Mengede.

Begründet wurden die Ansprüche von Addens Mengeder Pendant Bruno Wisbar. Seine Forderung nach einer Reihe von Argumenten: "Wir beanspruchen Holthausen als unserem Stadtbezirk zugehörig." Das Dorf könne unter Mengeder Ägide zu einem Luftkurort und zu einem Pferdezentrum aufgewertet werden." Zwischenruf aus dem Publikum: "Das sind wir doch schon!"

Der Evinger Bezirksvorsteher fand die Mengeder Ideen - Wisbar hatte auch eine Marina am Dortmund-Ems-Kanal und eine Vergrößerung des Naturschutzparks im "Siesack" ins Gespräch gebracht - zwar "sehr interessant", gab aber dennoch den Mengeder Avancen keine Chancen: "Wir sind stolz, dass wir ein so schönes ländliches Wohngebiet haben, und darauf werden wir nicht verzichten!"

Ulrike Kalthoff-Lübeck stieß ins gleiche Horn. Sie zeigte sich "ebenfalls stolz darauf, dass wir das kleine Dorf haben". Und sie versprach: "Wir tun alles dafür, dass alles so bleibt!"

Und das wird es auch bleiben, denn bei dem - alles in allem - launig geführten Disput, der übrigens im Domizil des Heimatvereins Holthausen (ehemalige Gaststätte Plaas) stattfand, handelte es sich nur um die Erinnerung an einen früher wichtigen Brauch. Die Schnadegänge dienten seit dem 14. Jahrhundert (bis zu ihrem Verbot im Jahr 1841, weil sie oft nur noch zu alkoholischen Exzessen geführt hatten) der jährlichen Kontrolle der Orts- und Grundstücksgrenzen. Ihre eigentliche Bedeutung hatten sie durch die Einführung der Grundbücher verloren.

Fortgesetzt wurde der Schnadegang mit einem gemeinsamen "Spaziergang" beider Heimatvereine von Holthausen aus über die Route Dortmund-Ems-Kanal, Naturschutzgebiet "Siesack" und Mengeder Volksgarten zur Waffelfabrik Schmidt in Groppenbruch. Dort klang die Reminiszenz an einen historischen Brauch mit einem gemütlichen Beisammensein aus.

Karlheinz Bohnmann

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