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Mit gutem Beispiel voran

Dortmunds Politiker machten zuletzt nicht den Eindruck, als wollen sie die Frage des Flughafenausbaus schnell entscheiden. Ihr Denken schien zu lauten: "Wasch mir den Pelz, aber mach' mich nicht nass."

11.10.2007

Das soll sich nun ändern. Der Verein "Pro Airport", der gestern offiziell seine Gründung bekannt gab, will den aus seiner Sicht "einseitigen Dialog auf breitere Füße stellen" - und "den Druck im Kessel erhöhen". Die Verantwortlichen sollen endlich Farbe bekennen.

Hans-Jörg Hübner geht da mit gutem Beispiel voran. Der Unternehmer und CDU-Ratsherr ist Vorsitzender des Vereins - und damit natürlich ein Befürworter der Wunschliste von Flughafenchef Manfred Kossack, die es bekanntlich in sich hat: längere Start- und Landebahn (2800 Meter) sowie die Ausweitung der Betriebszeiten um eine Stunde auf 23 Uhr (plus Verspätungsregelung).

Bei aller Sympathie für die Ausbaupläne sei man aber nicht "die verlängerte Werkbank" des Dortmund Airport, legte Hübner Wert auf die Feststellung, dass der Verein auch die ökologischen Folgen eines Ausbaus im Auge behalten werde. So heißt es in einem Faltblatt des Vereins: "Wir setzen uns bei den Trägern des Flughafens dafür ein, insbesondere den Fluglärm zu reduzieren. Bei den Nachtflügen setzen wir uns für eine Beschränkung auf das absolut Notwendige ein." Um Druck auszuüben, hofft Hübner, möglichst viele Menschen auf die Vereinsseite ziehen zu können. "Das Zaudern und Zögern der Politiker in dieser Angelegenheit bringt die Fluggesellschaften langsam auf die Palme", warnt er vor einem baldigen Abflug von easyJet & Co.

"Die Zeit der Denkverbote ist vorbei", will sich der SPD-Stadtverordnete Peter Werner Borris, durch dessen Initiative der Verein überhaupt erst gegründet wurde, nicht mehr länger den Mund verbieten lassen. Auf der nächsten Sitzung des Wirtschaftsförderungsausschusses am 24. Oktober werde man Klartext reden - und damit hoffentlich eine politische Diskussion entfachen. Sollte es zur Abstimmung kommen, rechnet Borris mit einer großen Ausbau-Mehrheit bei der SPD. Auch für CDU-Mann Hübner wäre alles andere als eine "solide Mehrheit" seiner Partei für die Pläne eine "echte Überraschung". ar

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