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Nach der Pleite stürmte Schalker auf Polizisten los

DORTMUND Was für ein Frust: 0:2 gegen den Erzrivalen, die Meisterschaft so gut wie in den Sand gesetzt, Spott und Häme prasseln von allen Seiten auf ihn nieder. In dieser Situation hatte sich der Schalke-Fan am 12. Mai nicht unter Kontrolle. Am Montag saß er deshalb auf der Anklagebank des Amtsgerichts.

von Von Martin von Braunschweig

, 18.12.2007

Landfriedensbruch warf ihm die Staatsanwaltschaft vor. Und ein Blick auf die Videoaufzeichnungen, die die Polizei damals nach dem Spiel im Umfeld des Signal Iduna Parks angefertigt hatte, reichte Richter Reiner Kollenberg, um auch ein entsprechendes Urteil zu verhängen. In einer Gruppe von rund 35 Anhängern der „Ultras Gelsenkirchen“ war der Schalker damals auf zwei Polizeibeamte zugestürmt. Aus der Gruppe heraus wurden schließlich auch Stöcke auf die Ordnungshüter geworfen.

Stadionverbot

Im Prozess bekam der 22-jährige Angeklagte ausreichend Gelegenheit, sich selbst als zerknirschten Mann zu präsentieren. „Mir tut das höllisch Leid. So etwas wird mir sicherlich nicht wieder passieren“, sagte der Azubi und blickte betreten zu Boden.

Mit dieser Einschätzung könnte er in der Tat richtig liegen – denn auch die Deutsche Fußball-Liga hat bereits Wind von den Vorfällen anlässlich des Revier-Derbys bekommen. Die Folgen waren weitaus gravierender als das gestrige Urteil. Sechs Jahre lang darf der 22-Jährige kein deutsches Stadion mehr betreten. „Deshalb habe ich mich jetzt auch aus der Fan-Gruppe gelöst“, sagte er.

Abschlussprüfung

In Zukunft will er sich lieber seinen persönlichen Zielen widmen. Zurzeit steckt er mitten in den Abschlussprüfungen, und sein Chef hat ihm schon signalisiert, dass er ihn auf jeden Fall übernehmen wird, wenn er die Prüfung denn besteht. Richter Kollenberg wollte dem 22-Jährigen dann auch keine zusätzlichen Steine in den Weg legen und verhängte eine Geldstrafe von 1200 Euro (60 Tagessätze).

Einen Tipp gab’s kostenlos obendrein: „Für Menschen mit zu viel Energie haben wir irgendwann auch ungemütliche, kleine Zellen. Da können sie dann mit dem Kopf vor die Wand laufen, bis sie sich wieder beruhigt haben.“

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