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Neue Hürden für Schefters Lebenswerk

Neue Hürden bei der schwierigen Arbeit in Afghanistan: Das Auswärtige Amt hat dem Chak-e-Wardak Hospital von Karla Schefter (65) einen dringend benötigten Zuschuss für die Beschaffung von Medikamenten gestrichen.

07.01.2008

"Der Bundesrechnungshof hatte die Bereitstellung der Gelder moniert, weil sie an eine 'etablierte Einrichtung' gehen und nicht unmittelbare Nothilfe darstellen." Die ehemalige Leitende OP-Schwester schüttelt den Kopf. "Natürlich leisten wir Nothilfe. Der Staat bezahlt Ärzte in Afghanistan nur bis mittags, die Armen haben oft gar keine Chance, dranzukommen. Das ist bei uns anders - eine stationäre Behandlung ist für Notleidende kostenlos." Gerade die Mittel für die laufenden Kosten - 90 Prozent davon müssen durch Spenden aufgebracht werden - seien aber schwer zu beschaffen. "Wie es im nächsten Jahr weitergehen soll, weiß ich noch nicht. Aber es wird weitergehen."

Wenn die engagierte Dortmunderin, die für ihren Einsatz unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse und dem Eisernen Reinoldus ausgezeichnet wurde, am Freitag in der Auslandsgesellschaft berichtet, können sich die Zuhörer ein Bild über brandaktuelle Entwicklungen machen. Erst im Dezember musste sie wieder zurück. "Mein bester Mitarbeiter ist umgebracht worden, weil er sich an eine verheiratete Frau herangemacht hat. Deshalb hat ihn ihr Vater getötet. Das zeigt, dass in der Gesellschaft dort ganz andere Regeln gelten. Ein Afghane vergisst nicht. Und er vergibt nie."

Ein Grund, warum sich viele Afghanen scheuen, Stellung zu beziehen. Machtverhältnisse können sich schnell ändern. Der Freund von heute ist der Feind von Morgen. "Oft trauen sich deshalb nicht einmal die Angehörigen zu Begräbnissen. Sogar für einen getöteten Mullah wollte kein anderer öffentlich beten." weg

Vortrag am 11. 1., 19.30 Uhr, Auslandsgesellschaft Steinstraße. Eintritt: 5 (Spende).

Spenden unter Kto.: 181 000 090, Sparkasse Dortmund (BLZ 440 501 99).

Infos: Tel. (0 21 66) 2 17 14 41.

www.chak-hospital.info

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