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Neuer Prozess um Freibad-Tod

Auch vier Jahre nach dem tragischen Unfalltod des Schülers Mohamed Hida im Deusener Hardenberg-Freibad bleibt der Fall ein Thema für die Justiz.

11.10.2007

Vor dem Amtsgericht muss sich seit gestern auch der damalige technische Leiter der Bad & Sport GmbH wegen fahrlässiger Tötung verantworten. Staatsanwalt Heiko Artkämper wirft dem 50-Jährigen außerdem vor, in einem ersten Prozess gegen den Schwimmmeister und Michael Libor einen Meineid geschworen zu haben.

Mohameds Vater wirkte etwas verloren, als er gestern erneut auf dem Stuhl für die Nebenkläger Platz nehmen musste. Sein Rechtsanwalt erschien nicht, und seine Ehefrau hatte einfach nicht die Kraft, einen erneuten Prozess durchzustehen. Vorgestern hätte Mohamed Geburtstag gehabt. "Meiner Frau geht es schlecht, wir haben wieder viel geweint", sagte er.

Wer trägt die Schuld am Tod des Jungen? Der Schwimmmeister ist bereits zu sechs Monaten Haft auf Bewährung, Libor zu einer Geldstrafe von 9000 Euro verurteilt worden. Doch muss auch der technische Leiter - Libors rechte Hand bei der Bad und Sport GmbH - bestraft werden? Staatsanwalt Artkämper hat daran keinen Zweifel. Sein Vorwurf: Der Angeklagte habe den Schwimmmeister nicht in den ordnungsgemäßen Betrieb der Pumpenanlage im Bad eingewiesen. Und das, obwohl dieser darum gebeten habe. Am 1. Juni 2003 war Mohamed schließlich beim Tauchen in 2,40 Metern Tiefe mit dem Bein in ein ungesichertes Pumpenrohr geraten. Die Pumpe war mitten im Hochsommer auf Winterbetrieb geschaltet.

Alle Versuche des Notarztes, das Leben des Jungen zu retten, waren damals gescheitert. Mohamed wurde nur 14 Jahre alt. "Er war mein ältester Sohn", sagte der Vater gestern am Rande des Prozesses. "Es ist eine schwere Zeit, seit er nicht mehr da ist." von

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