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Nik (3) muss nicht mehr allein sein

DORTMUND Knapp zweieinhalb Monate war der kleine Nik (3) allein, durfte seine Mutter (32) nicht sehen. Das Familiengericht hatte eine strikte Kontaktsperre verhängt. Heute wurde das Besuchsverbot wieder gelockert.

von Von Jörn Hartwich

, 08.01.2008

Anderthalb Stunden tagte das Gericht hinter verschlossenen Türen. Dann stand die Entscheidung fest. Zwei Stunden pro Woche darf Mutter Sandra Tiefenhoff ihren jüngsten Sohn nun wieder besuchen. Schon am Montag soll es zu einem ersten Treffen kommen. "Diese zwei Stunden verbessern meine Welt", sagte die 32-Jährige nach der Entscheidung. "Ich bin total glücklich." Endlich könne sie ihr Kind wieder in den Arm nehmen. Wenn auch nur unter Aufsicht.

Schlimmer Verdacht

Dass es überhaupt so weit gekommen ist, hängt, wie berichtet, mit schlimmen Vorwürfen zusammen. Sandra Tiefenhoff steht unter Verdacht, ihren Sohn vergiftet zu haben. Im Blut des schwer behinderten Kindes waren im vergangenen Jahr Rückstände gefunden worden, die in Psychopharmaka vorkommen.

Wollte die vierfache Mutter ihren kleinen Sohn heimlich töten? Sie selbst weist das weit von sich. Doch Jugendamt und Familiengericht wollten damals offenbar sofort auf Nummer sicher gehen. Seit dem 2. November 2007 durfte Sandra Tiefenhoff ihren Sohn nicht mehr besuchen.

Auch zwei ihrer anderen Kinder (10 und 14) wurden von der Kontaktsperre umfasst. Doch auch dieses Besuchsverbot wurde gestern wieder gelockert. Nur der schon 17-jährigen Annkathrin hatte man den Kontakt zur Mutter die ganze Zeit erlaubt. Die junge Frau sagte am Rande des Prozesses: "Mir hat das Jugendamt damals gesagt: Du darfst deine Mutter weiter sehen. Dir wird sie ja wohl nichts mehr antun."

Gutachten in Arbeit

Wie es jetzt weitergeht? Zurzeit ist ein medizinisches Gutachten in Arbeit, das endlich mehr Licht in die Sache bringen soll.

Möglich, dass dabei herauskommt, dass die Rückstände im Urin des kleinen Nik auch von Medikamenten stammen, die dem Jungen wegen seiner epileptischen Anfälle verabreicht wurden. Davon geht zumindest seine Mutter aus. Solange das Gutachten aber nicht vorliegt, wird es auch nicht zu einer Familien-Vereinigung kommen. Die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen gegen Sandra Tiefenhoff dauern ebenfalls an.

 

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