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Norovirus streckt Familien nieder

DORTMUND Besonders aggressiv zeigt sich in diesen Tagen Brechdurchfall, hervorgerufen durch Noroviren. Ganze Familien sollen über Weihnachten lahm gelegt gewesen sein. Jeder zweite Patient in den Arztpraxen jetzt zwischen den Feiertagen ist Opfer des Norovirus geworden und fühlt sich entsprechend schlapp.

von von Ulrike Böhm-Heffels

, 28.12.2007
Norovirus streckt Familien nieder

Dr. Ulrich Gierse, hier bei einer früheren Telefonaktion von den Ruhr Nachrichten, hat eine solche Infektionswelle noch nicht erlebt.

Legen Sie schon einmal die Salzstangen bereit. Und mehrere Flaschen Mineralwasser. Geben Sie niemandem die Hand, auch wenn‘s noch so schwer fällt. Und auf gar keinen Fall sollten Sie zum Jahreswechsel Ihren Lieben um den Hals fallen! Der Feind heißt Norovirus. Er hat in den letzten Tagen mächtig aufgerüstet. Dr. Ulrich Gierse, Sprecher der Allgemeinmediziner in Dortmund, hat so etwas nach eigenen Bekunden „noch nie erlebt“. Immerhin praktiziert der Hausarzt aus dem Dortmunder Westen schon seit drei Jahrzehnten. „Die Situation ist ganz dramatisch. Ganze Durchfallfamilien melden sich in der Praxis. Sie haben ein ziemlich übles Weihnachtsfest verbracht.“ Jeder zweite Patient in Gierses Praxis an der Provinzialstraße sei betroffen.

Ohne Vorwarnung

Der Feind schlägt ohne Vorwarnung zu. Aus dem Hinterhalt. Man fühlt sich prächtig, und von jetzt auf gleich setzen Bauchkrämpfe ein. Bei denen kann es bleiben, meistens jedoch folgt umgehend Durchfall, der bis zu drei Tage andauern kann. Oft gesellt sich auch noch hartnäckiges Erbrechen dazu. Wenn es ganz schlimm kommt, wie im Fall eines jungen Mannes gestern in Gierses Praxis, mischt sich Blut in die Durchfälle, und die nächste Station wird das Krankenhaus. Die Altenheime, wo die Noroviren im November tobten, hätten die Magen-Darm-Grippe schnell und nachhaltig in den Griff bekommen, so der Allgemeinmediziner. Vor allem dank penibler Hygiene, lobt der Hausarzt.

Urlaubs-Vertretung

Die Situation in den Praxen der niedergelassenen Ärzte hat sich zwischen den Feiertagen auch deshalb verschärft, weil die nicht urlaubenden Mediziner jeweils zwei, drei Kollegen vertreten müssen. Besonders ärgerlich, wenn Kollegen sich dann nicht einmal zuvor abmelden, und – wie jetzt auch geschehen – keinen Hinweis für ihre Patienten an die Tür heften. Das würde noch ein Nachspiel haben, kündigt der Sprecher der Allgemeinmediziner schon einmal an. Sein Tipp für betroffene, nach dem Brechdurchfall äußerst geschwächte Patienten: Nach den ersten Symptomen für ein paar Stunden nichts essen und besser auch nichts trinken. Danach aber möglichst viel trinken. Literweise Mineralwasser und Tee. Dazu die Speisen ruhig mal kräftig salzen.

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