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Nur der Auspuff qualmt noch

Ab 1. September herrscht in allen Taxen absolutes Rauchverbot - so will es das Gesetz zum Nichtraucherschutz. Bei den Fahrern stößt die neue Regelung jedoch auf Unverständnis. Sie befürchten vor allem nachts heftigen Streit mit den Fahrgästen.

22.08.2007

"Wenn mich ein Passagier gefragt hat, ob er seine Zigarette im Taxi zu Ende rauchen dürfte, war das nie ein Problem", sagt Markus Schneider (47, Foto 1). Der Taxifahrer ist selbst Nichtraucher, fühlt sich aber nicht belästigt: "Eine Fahrt dauert selten länger als zehn Minuten."

In Zukunft müssen Schneider und seine Kollegen rauchenden Fahrgästen die Mitfahrt verweigern. "Es darf zu keinem Zeitpunkt in Taxen geraucht werden, auch dann nicht, wenn sie außerhalb der Dienstzeiten bewegt werden", erklärt Thomas Grätz, Geschäftsführer des Deutschen Taxi- und Mietwagenverbands (BZP). Bei Zuwiderhandlung droht ein Bußgeld von 30 Euro. "Im Wiederholungsfall liegt es dann im Ermessen der Ordnungsämter", so Grätz. Der gesetzliche Rahmen erlaubt Bußgelder bis zu 1000 Euro.

Der Geschäftsführer geht davon aus, dass die Beamten die Einhaltung des Gesetzes ebenso überprüfen, wie es "einige sehr engagierte Nichtraucher" tun werden. Das Problem: "Taxen, in denen seit fünf Jahren gequalmt wurde, bekommen wir nicht mehr rauchfrei."

Die Dortmunder Fahrer reagieren gelassen. "Dann machen wir unsere Raucherpausen halt draußen", so der Tenor am Halte-Stand des Hauptbahnhofs. "Das Problem wird der Stress mit den Fahrgästen sein", glaubt Reza Taheri (51, Foto 2). "Es gibt so oft Streit wegen des Fahrpreises oder einer Strecke mit zu vielen roten Ampeln. Jetzt kommt das mit dem Rauchen auch noch hinzu."

Besonders nächtliche Fahrten treiben Fahrern wie Talbat Wahbeh (40) Sorgenfalten auf die Stirn: "Da ist anderes Publikum unterwegs. Wenn die was getrunken haben, wird es unangenehm." Auf der Rückbank seines Nichtraucher-Taxis prangt ein Brandfleck: "So etwas passiert dann. Und dafür zahlen wir jetzt Bußgeld?"

Zumal das alte Konzept ja hervorragend funktioniert, wie Murphy Pohl, Vize-Vorsitzender der Gesellschaft "Taxi Dortmund" bestätigt: "Der Kunde kann sich entscheiden, was für ein Fahrzeug er will, ob am Telefon oder am Taxistand." Das Gewerbe sei mit der neuen Regelung nicht einverstanden. Einbußen bei den Fahrgastzahlen befürchtet Pohl zwar nicht. "Aber für die Fahrer bedeutet das hohen unnötigen Stress." dac

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