Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Ortsteil-Übernahme war nur fiktiv

07.10.2007

Mengede Auf "feindliches Gebiet" begab sich der Heimatverein Mengede bei seinem Schnadegang. Dieser befasste sich diesmal mit dem an den Stadtbezirk Mengede grenzenden Dorf Holthausen. Der zum Stadtbezirk Eving gehörende Ort würde, so Heimatvereins-Vorsitzender Paul Gausepohl und Bezirksvorsteher Bruno Wisbar, besser zu Mengede passen.

In seiner launig vorgetragenen Begehrlichkeits-Ansprache ("Wir beanspruchen Holthausen als zu unserem Stadtbezirk zugehörig") versprach der Mengeder "Ortsbürgermeister" den Holthausern, man würde ihren Ort unter Mengeder Ägide zu einem Luftkurort und zu einem Pferdezentrum aufwerten.

Der Evinger Bezirksvorsteher Helmut Adden fand die Mengeder Planungen für "eine feindliche Übernahme zwar sehr interessant", gab ihnen aber keine Chancen. Denn "Wir sind stolz, dass wir ein so schönes ländliches Wohngebiet haben." Und er versprach: "Darauf werden wir nicht verzichten."

Auch bei Ulrike Kalthoff-Lübeck, der Vorsitzenden des gastgebenden Heimatvereins Holthausen, stießen die Mengeder Avancen auf Granit. Sie zeigte sich ebenfalls "stolz darauf, dass wir das kleine Dorf haben und wir tun alles dafür, dass es so bleibt."

Und dabei wird es auch bleiben, denn bei dem heiteren "Streitgespräch", das übrigens im Domizil des Heimatvereins Holthausen, der früheren Gaststätte Plaas, stattfand, handelte es sich nur um die Erinnerung an einen früher überaus wichtigen Brauch, den der Mengeder Heimatvereinsvorsitzende Paul Gausepohl so erklärt: Schnadegänge wurden in Westfalen seit dem 14. Jahrhundert durchgeführt. Sie dienten der Überprüfung von Orts- und Gemeindegrenzen. 1841 wurden sie regierungsamtlich verboten, weil sie durch die Einführung der Grundbücher ihre Bedeutung verloren hatten und oft nur noch für alkoholische Exzesse missbraucht wurden. Die gab es beim jetzigen Schnadegang nicht. Ihm folgte vielmehr ein gesunder Spaziergang der beiden Heimatvereine nach Groppenbruch.

Karlheinz Bohnmann

Lesen Sie jetzt