Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Pfleger attackiert: Bewährung für Täter

05.03.2008

Letzte Chance für einen 18-jährigen Dortmunder: Das Landgericht hat den psychisch kranken Mann, der im September vergangenen Jahres in Aplerbeck zweimal Pflegekräfte attackiert hatte, gestern vorerst nicht dauerhaft in die geschlossene Psychiatrie eingewiesen.

Die 31. Strafkammer setzte die Maßregel zur Bewährung aus. Für den Beschuldigten bedeutet dies: Wird er in Zukunft nicht mehr auffällig, kann er ganz normal in Freiheit weiterleben. Erst wenn er noch einmal Gewalttaten begehen und damit unter Beweis stellen sollte, dass er doch eine Gefahr für die Allgemeinheit ist, wird er auf unbestimmte Zeit in einer geschlossenen Anstalt untergebracht. Der an Schizophrenie leidende Dortmunder war im vergangenen September in Aplerbeck untergebracht - offenbar, weil seine Eltern nicht mehr mit ihm zurechtkamen. In der Einrichtung fühlte er sich jedoch anscheinend nicht wohl. Am 5. September schlug er urplötzlich auf einen Pfleger ein, der friedlich in seinem Personalzimmer saß, und nur zehn Tage später attackierte er erneut einen Angestellten. Damals ermittelte die Staatsanwaltschaft sogar ursprünglich wegen versuchten Totschlags.

Für beide Taten hatte der 18-Jährige jedoch Erklärungen parat. Für den ersten Vorfall könne er nichts - Stimmen in seinem Kopf hätten ihm den Angriff auf den Pfleger befohlen, sagte er. Und die zweite, schwerere Attacke? "Das war ein Reflex", sagte der Beschuldigte im Prozess. Er habe damals aus Aplerbeck flüchten wollen, und der Pfleger habe sich ihm in den Weg gestellt, um ihn festzuhalten. Nur deshalb sei es zu dem Angriff gekommen. von

Lesen Sie jetzt