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Polizei will durchgreifen

DORTMUND Für viel Wirbel sorgte unser Bericht über den Jugendterror in Scharnhorst-Ost. Die Polizei kündigte am Freitag Sondereinsätze mit einer kleinen Einheit der Hundertschaft, mit Hunde- und Reiterstaffel sowie anderen Organisationseinheiten an.

von Von Gaby Kolle

, 05.10.2007
Polizei will durchgreifen

Klaus Demuth (l.) und Thomas Volkmann zeigen auf die "Problemzone" Scharnhorst-Ost.

Wie berichtet, schikanieren betrunkene deutsche Jugendliche aus Russland und Polen Anwohner und Passanten in der rund ein Quadratkilometer großen Hochhaussiedlung mit „Straßensperren“, Pöbeleien, Wodka-Gelagen und Vandalismus. Die Politik vor Ort, die in den RN u.a. mehr Polizeipräsenz gefordert hatte, rennt mit ihren Hilferufen bei der Polizei offene Türen ein. Die Sondereinsätze, die in den nächsten Wochen auf Scharnhorst-Ost zukommen, seien schon länger geplant, erklärte der Leiter der Scharnhorster Wache, Klaus Demuth, und tippt auf die grüne Mappe mit dem Einsatzbefehl vom 27. September.

Problem "tagtäglich im Griff"

„Mitnichten warten wir, bis man uns in den Hintern tritt“, unterstrich auch der kommissarische Leiter der zuständigen Polizeiinspektion (PI) 3 in Lünen, Thomas Volkmann: „Wir warten nicht darauf, dass wir von der Politik Druck kriegen, wir reagieren selbst und planen unsere Aktionen selbst.“ Die Polizei kümmere sich nicht erst seit heute um die alkoholisierten Unruhestifter, sondern habe das Problem „tagtäglich im Griff“, sagte Volkmann.

    Auch der Eindruck der örtlichen Politiker, dass die Besetzung der Wache in Scharnhorst-Ost seit der Umorganisation der Polizei im Jahr 2003 heruntergefahren worden sei, stimme nicht, versicherte der PI 3-Leiter. Die Wachdienststärke sei seitdem um zehn Prozent aufgestockt worden, die Wache nachts mindestens mit einem Wachhabenden besetzt und einer Streifenwagenbesatzung. Im Bedarfsfall könne auch Verstärkung von den umliegenden Wachen und Polizeiinspektionen angefordert werden, so Volkmann.

Gefühl von Unsicherheit

Dennoch räumte er die Probleme mit der Gruppe alkoholisierter Jugendlicher ein, „die beim Bürger Sorge auslöst und für ein Gefühl von Unsicherheit sorgt“. Meist seien es fünf bis zehn, manchmal auch 15 Leute, die unter Alkoholeinfluss in ihrer Freizeit die Ordnung störten und Sachbeschädigungen anrichteten.

Deswegen mache die Polizei dort auch immer wieder Schwerpunkteinsätze, zuletzt in den ersten beiden Wochen der Sommerferien. Die Zahlen belegen die Notwendigkeit: So sind die angezeigten Straßenraubdelikte gegenüber dem Vorjahr (9) bereits in den ersten neun Monaten dieses Jahres um mehr als das Doppelte (19) gestiegen. Täter und Opfer seien in der Regel unter 21 Jahre, berichtete Volkmann.

Hinweis: Weitere Informationen zum Thema Scharnhorst gibt es in den Ruhr Nachrichten vom 06. Oktober.

  

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