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Polizist fühlte sich "verkohlt"

28.12.2007

Polizist fühlte sich "verkohlt"

<p>. . . Helmut Kohl, der nicht im Telefonbuch steht. RN-Fotos</p>

Im Nordosten Namensvetter von bekannten Persönlichkeiten zu ein, kann spaßig sein, manchmal aber auch eine Last bedeuten. Thomas Mann, Helmut Kohl und Helmut Schmidt können ein Lied davon singen.

Was hat bloß ein Literatur-Nobelpreisträger mit einem Politiker aus der Bezirksvertretung Eving gemein? Im Fall von SPD-Politiker Thomas Mann aus Lindenhorst liegt die Antwort auf der Hand: Viel habe er bereits erlebt mit diesem großen Namen, erzählt Mann und fügt mit einem Augenzwinkern hinzu: "Aber verwandt sind wir leider nicht. Sonst hätte ich mich wahrscheinlich schon vor Jahren zur Ruhe setzen können."

Eine Anekdote ist dem Bezirksvertreter dabei besonders in Erinnerung geblieben: Seine mündliche Abiturprüfung absolvierte Thomas Mann - ein Zufall? - im Fach Deutsch.

"Der Schulleiter, der mich prüfte, konnte sich natürlich eine Anspielung auf meinen Namen nicht verkneifen und machte deutlich, dass er hohe Erwartungen an einen Schüler mit diesem Namen habe", erzählt er. Aus dem Konzept bringen ließ Mann sich davon jedoch nicht: "Ich sehe die Sache ganz gelassen", konterte er gerissen. Schließlich habe sein Namensvetter den Literatur-Nobelpreis für die Buddenbrooks auch ohne Abitur erhalten.

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"16 Jahre waren eine wirklich lange Zeit", schmunzelt Helmut Kohl aus Eving über die Tatsache, mit dem Bundeskanzler a.D. den Namen zu teilen. Wahrscheinlich musste sich kaum ein Evinger in fast zwei Jahrzehnten mehr Anspielungen und Seitenhiebe gefallen lassen, als das stets gut gelaunte Mitglied der Interessengemeinschaft Evinger Vereine (IEV).

"Der Dicke" - wie Kohl seinen Namensvetter nennt - habe in seinem Leben für eine Reihe Kuriositäten gesorgt: Beispielsweise wurde Helmut Kohl vor Jahren einmal von der Polizei angehalten und aufgefordert, seinen Namen zu nennen. Das Unheil ahnend schwieg der Evinger, um sich möglichen Ärger zu ersparen. Schließlich jedoch musste er nachgeben, was den verärgerten Beamten zu der Aussage hinreißen ließ: "Sagen Sie mal, wollen Sie mich veralbern?!"

Im Telefonbuch steht Kohl schon seit einigen Jahren nicht mehr. "Damals kamen fast täglich Anrufe von Spaßvögeln, die dann Sätze sagten wie 'Hier ist Willy Brandt', lachten und schnell wieder auflegten", erinnert er sich.

Ein großes Medienecho erntete Helmut Kohl, als er sich vor Jahren entschloss, sich politisch zu engagieren. Die Verwunderung war groß, und sicherlich musste der ein oder andere Leser zweimal hinschauen ob der kuriosen Überschriften in den Gazetten. Dort stand in großen Lettern: "Helmut Kohl tritt Dortmunder SPD bei".

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Ein Bundeskanzler a.D., der wirklich der SPD angehört, ist Namensvetter einer weiteren "Berühmtheit" aus dem Nordosten. Helmut Schmidt aus Wambel verbindet nicht nur ein stolzes Alter und eine langjährige Ehe mit dem Staatoberhaupt von 1974 bis 82. Auch hat er viel Sympathie für den "Lotsen" übrig. "Ich bin zwar kein SPD-Mann, aber der Schmidt war ein Guter", bekennt der 78-Jährige, der seit über 50 Jahren in Dortmund lebt. "Wir haben den Schmidt und seine Frau Loki immer für ihre tolle Ehe bewundert", erzählt Schmidt. In zwei Jahren feiert er selbst mit seiner Frau Diamantene Hochzeit.

Im Laufe seines Lebens wurde er immer wieder auf seinen Namen angesprochen; beim Training von Borussia Dortmund sei er gar von Journalisten nach seinem "Promi-Tipp" für das kommende Spiel gefragt worden, schmunzelt Schmidt.

Vor Jahren einmal machte sich der Bundeskanzler Schmidt einen Spaß und lud viele Namensvetter ein. Helmut Schmidt aus Wambel war leider nicht dabei: "Aber wenn er gewusst hätte, was ich für ein lustiger Typ bin, dann hätte er mich bestimmt eingeladen", lacht er.

Ein weiteres Markenzeichen des 89-jährigen Alt-Bundeskanzlers teilt der Wambeler jedoch nicht mehr: Vor acht Jahren hat er sich nun endgültig das Rauchen abgewöhnt. Philipp Piasetzki

Polizist fühlte sich "verkohlt"

<p>Thomas Mann teilt sein Namensschicksal mit . . .</p>

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