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Pompös, aber auch zerbrechlich

03.03.2008

Auf der Suche nach dem Besonderen ist das "collegium vocale, dortmund" diesmal auf die "Petite Messe solennelle" des 71-jährigen Gioachino Rossini gestoßen. Am Samstag führten sie es in der Pauluskirche in der Urfassung unter der Leitung von Matthias Topp auf.

Eineinhalb Stunden dauerte das Werk, das ebenso pompös Opernhaftes wie auch zerbrechlich Kammermusikalisches umfasst. Ein Werk mit Anforderungen, denen eine makellose Gestaltung des Chores Rechnung trug: ist doch sowohl im a cappella Bereich, als auch im Zusammenwirken mit dem restlichen Ensemble eine klare, präzis gestaltete Klanggebung gefordert.

Bewundernswert, wie sowohl das großartig Bombastische - etwa im "Gloria" - als auch die Huldigung an die Polyphonie im alten Stil - im "Christe eleison" oder in den - im Stile der damaligen Zeit gestalteten - Doppelfugen "Cum sancto spiritu" und Et vitam venturi" - musikalisch ausgedrückt wurde.

Bemerkenswert wie Rossini es schafft, mit drei Tasteninstrumenten - gespielt von Graham Welsch (Klavier), Markus Mauer (Klavier) und Joachim Diessner (Harmonium) - eine sehr facettenreiche Klangstruktur zu entwickeln. Instrumentalisten, die in der Lage sind, sowohl Affekte nach außen zu tragen, als auch verinnerlichte Momente in einer Art und Weise darzustellen, die das musikalische Geflecht in einem selten zu hörenden Klangkolorit plastisch greifbar darzustellen wissen.

Aber nicht nur dem Chor und den Instrumentalisten ist dieses Lebendigwerden einer kaum gespielten Komposition zu danken. Großartig die Solisten, die sich den verschiedensten Klang-Dimensionen - vom ätherischen aufschwingendem Solo bis zum fast brachial Kraftvollen - zu unterwerfen hatten.

Der schön geführte, klare Sopran Ute Eisenhuts, der tiefgründige Alt Dagmar Lindes, der einfühlsame Tenor Albrecht Kludszuweits und der tiefgründige Bass James Tolksdorfs sorgten nicht zuletzt durch beeindruckende Textverständlichkeit und Tonreinheit mit für betörende Klangschichtungen. EG

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