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Prinz wäre niemals Clown

Erstmals in der Geschichte des Dortmunder Karnevals regieren Geschwister das Narrenvolk. Markus I. (35) und Angelika I. (44) schwingen in dieser Session das Zepter. RN-Redakteurin Steffi Tenhaven sprach mit dem Prinzenpaar u.a. über olle Kamellen, Karneval im Sauseschritt und Kostüme.

23.01.2008

Prinz wäre niemals Clown

<p>Angelika I. (44) und Markus I. (35) - erstmals in der Geschichte des Dortmunder Karnevals geben Geschwister das Prinzenpaar.</p>

Diese Session ist extrem kurz. Schon nach ca. zwölfeinhalb Wochen ist alles vorbei. Karneval im Zeitraffer. Wie stemmen Sie das?

Markus I.: Ich hab fast meinen ganzen Jahresurlaub genommen. Neben der Arbeit ist das nicht zu schaffen. Wir haben bis zu 18 Termine am Tag.

Angelika I. : Allein fürs Schminken und Haare machen gehen täglich schon anderthalb Stunden drauf.

Wohin gehen Sie im Karneval am liebsten?

Markus I: Ins Altenheim. Dass die Menschen dort einen kleine Freude, einen kleinen Lichtblick haben, das finde ich wichtig.

Angelika I. : Kürzlich waren wir in einer Behindertenwerkstatt. Alle waren ganz aufgeregt und haben sich unheimlich über unseren Besuch gefreut. Das war auch ganz toll.

Was ist Ihr wichtigstes Handwerkzeug?

Markus I: Zepter, Narrenkappe und Amtskette - ohne diese Insignien geht nichts.

Angelika I.: Krone, ganz viele Haarklammern und Kopfschmerztabletten.

Was macht Sie im Alltag so richtig narrisch ?

Markus I.: Nokia! Dass so viele Arbeitsplätze durch eine Werksschließung verloren gehen.

Angelika I.: Mich machen Staus ganz narrisch. (schüttelt sich)

Sollte der Ðortmunder Karneval politischer sein?

Markus I. : Die Lokalpolitik kommt eigentlich nicht zu kurz. Und auch der BVB ist ja immer wieder Thema.

Angelika I. : Politik gehört dazu, aber die Mischung muss stimmen. Es sollte sich nicht nur alles um Politik drehen.

Sie müssen eine Büttenrede schreiben. Welches Thema wählen Sie?

Markus I.: Die Umweltzone. Das ist für mich eine reine Beschäftigungstherapie. Das bringt meiner Meinung nach überhaupt nichts. Dadurch sterben nur Arbeitsplätze. Bei Kleinbetrieben, die noch ältere Fuhrwerke haben.

Angelika I.: Meine Büttenrede würde von Hartz IV handeln. Mich regt auf, dass das Geld mit der Gießkanne verteilt wird. Es wird nicht unterschieden, ob jemand sein ganzes Leben lang gearbeitet hat oder noch nie. Auch das Nichtraucherschutzgesetz würde ich gerne als Thema nehmen. Das ist für mich Raucherdiskriminierung.

Was sind für Sie im Karneval olle Kamelle?

Markus I.: In gewisser Weise ist es die Musik. Die könnte schon moderner sein. Klar, Marschmusik gehört nunmal dazu, aber wir müssen auch zusehen, dass wir die Jugend mehr ansprechen...

Angelika I.: ...gerade mit Showtänzen gelingt das schon ganz gut.

Welches Kostüm würden Sie im Karneval niemals tragen?

Markus I.: Ich würde mich nie als Clown verkleiden. Das ist mich völlig ideenlos. Wenn einem gar nichts mehr einfällt, dann geht man als Clown.

Angelika I.: Oh Gott, ich war im Karneval schon so ziemlich alles ... Pippi Langstrumpf, Zauberin.... Nur als Vampir würde ich nicht losziehen. Das ist mir zu düster.

Würde es Sie reizen, Karneval in Venedig zu feiern, mit kunstvollen Masken?

Markus I.: Ich würde mir das schon mal gerne anschauen. Ich kenn's ja nur ein bisschen aus dem Fernsehen. Lieber würde ich allerdings zum Karneval nach Rio de Janeiro reisen. Das ist es wärmer. (lacht)

Angelika I.: Maskenball in Venedig? Nein, das wäre nicht mein Ding. Das ist mir zu still. Ich brauche Trubel, Jubel, Heiterkeit.

Wie belohnt sich das Prinzenpaar für einen langen anstrengenden Tag im Karneval?

Markus I.: Ich fange schon morgens damit an. Ich gönne mir ein schönes heißes Bad.

Angelika I.: Duschen, Schlafanzug anziehen, Gläschen Rotwein und etwas fernsehen - so kann ich abends entspannen.

Freitag (25.1.) lädt das Dortmunder Prinzenpaar zum Prinzenball in den Goldsaal der Westfalenhallen. Beginn ist 20.11 Uhr. Es sind nur noch wenige Restkarten an der Abendkasse erhältlich.

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