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Prinzip Selbstbedienung

DORTMUND Die Verwaltung, die öffentlichen Einrichtungen ein einziger Selbstbedienungsladen? Nach diversen Skandalen drängt sich zumindest der Eindruck auf.

von Von Susanne Riese, Gaby Kolle und Jörg Heckenkamp

, 24.01.2008
Prinzip Selbstbedienung

Der aktuelle Fall trug sich im Personalamt zu.

Bei dieser Bilanz fasst sich der Dortmunder nur noch an den Kopf:

  • Selbstbedienungsladen OB-Amt: Eine Mitarbeiterin hat die Unterschlagung von 400.000 zugegeben, weitere 700.000 sind ungeklärt.
  • Offene Kasse bei den Seniorenheimen: Betriebsräte gaukeln Weiterbildung vor, stattdessen vergnügen sie sich im Sado-Maso-Milieu.
  • Untreue-Prozess: Ein spielsüchtiger ARGE-Mitarbeiter muss sich wegen Unterschlagung von 100.000 Euro demnächst vor Gericht verantworten.
  • Lug und Trug im Personalamt: 24.000 wirtschaftete ein 45-Jähriger mit gefälschten Beihilfe-Abrechnungen in die eigene Tasche.
  • Weiterer Verdacht: Der Bundesrechnungshof prüft derzeit Unterlagen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz. Möglicherweise haben Mitarbeiter Kataloge und Broschüren in überhöhter Stückzahl drucken lassen und dafür Schmiergeld der Druckerei erhalten. Die Schadenshöhe ist unbekannt.

Für die Stadtverwaltung und die städtischen Ableger weist OB Dr. Gerhard Langemeyer den Vorwurf mangelnder Kontrollen zurück: "Die Tatsache, dass wir die Dinge aufdecken und konsequent ahnden, zeigt, dass wir handlungsfähig sind. Wir vertuschen nichts."

Der sogleich suspendierte Mitarbeiter im Personalamt sei bei der Innenrevision aufgefallen, erklärte Jutta Seybusch, Leiterin des Rechnungsprüfungsamtes. Um solche Fälle möglichst zu vermeiden gelte es, die eigenen Sicherheitssysteme fortwährend an die Erfahrungen anzupassen, sagte der OB. Stellt sich die Frage, ob es überhaupt so weit kommen musste. "Es fehlte offenbar eine interne Risikoanalyse, die Gefahrenbereiche aufdeckt und zeigt, wo man überwachen muss und wie", sagt dazu Prof. Dr. Andreas Hoffjan vom Lehrstuhl für Unternehmensrechnung und Controlling der TU Dortmund. Mechanismen wie das Vier-Augen-Prinzip und Stichprobenkontrollen bezeichnen er und sein Kollege Prof. Dr. Matthias Wolz, Lehrstuhl für Wirtschaftsprüfung und Unternehmensbesteuerung, als gängig.

Mehr zu diesem Thema lesen Sie in der Donnerstag-Ausgabe der RN.

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