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Prosit Neujahr mit lautem Peitschenknall

28.12.2007

Hörde Wie würde der letzte Tag des Jahres wohl heißen, wenn es den Papst Silvester nicht gegeben hätte?

Der Todestag des Papstes, der am 31. Dezember 335 in Rom starb, steht seit 813 als Silvester im Kirchenkalender. Die Verbindung seines Namens mit dem Jahresende kam aber erst im 16. Jahrhundert auf. Der Jahreswechsel war schon in alten Zeiten ein Aufhänger für Aberglauben und Brauchtum. Auch in unserem Raum pflegt man lange den Brauch des Lärmens, um böse Geister vom neuen Jahr fern zu halten.

Kein Karpfen

Als man die Raketen und Böller noch nicht kannte, begnügte man sich mit Peitschenknallen und Anschlagen von Lärm erzeugenden Hausgeräten, wie Töpfen und Pfannen. Aus meiner Kinderzeit kann ich mich an Böller und Feuerwerk nicht erinnern. Da saß der Schock des Krieges noch viel zu tief in den Knochen. Knallerbsen und Wunderkerzen mussten reichen. Den berühmten Silvesterkarpfen gab es bei uns nicht, weil Vater den "Modergeschmack" nicht mochte. Kartoffelsalat mit Bockwurst waren eher angesagt.

Aber Eiserkuchen

Mutter bereitete auf dem uralten Kohleherd in der Küche die traditionellen Eiserkuchen. Dazu verwendete sie ein besonders Eisen mit langen Stielen. Zwischen den mit Ornamenten versehenen Innenflächen des Eisens wurde dünner Spezialteig ausgebreitet. Dann kam das Eisen auf den heißen Ofen.

Dazu wurde Bowle aus eigenen Früchten und Vaters beliebtem Kirschwein angesetzt. Sekt gab es anfangs selten. Meist mische man Perlweine unter, um das Kribbeln preiswerter zu erzeugen. Um Mitternacht wurde unter dem durch selbst gegossene Kerzen erleuchteten Weihnachtsbaum auf jeden Fall ein Weihnachtslied gesungen. In unserer christlich geprägten Familie konnte der abergläubische Brauch des Bleigießens nur zögerlich Fuß fassen. Willi Garth

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