Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Ramadan brachte Urlauber auf die Palme

24.08.2007

Nicht essen, nicht trinken, nicht rauchen: Für ein Paar aus Mainz geriet eine Reise in den Oman im Oktober 2005 zu einer echten Belastungsprobe. Im muslimischen Fastenmonat herrschten auf der arabischen Halbinsel tagsüber raue Sitten. Wieder zu Hause reichte das Paar deshalb sofort Klage gegen den Dortmunder Reiseveranstalter ein. Gestern kam es am Landgericht zum Prozess.

Statt mit den geforderten 3200 Euro musste sich das Paar am Ende jedoch mit ganzen 317 Euro zufrieden geben. Die strikten Verhaltensregeln während des Fastenmonats würden allenfalls eine Minderung des Reisepreises um zehn Prozent rechtfertigen, entschieden die Richter der 17. Zivilkammer.

Die Urlauber hatten seinerzeit erst vor Ort erfahren, dass die strengen Ramadan-Sitten im Oman auch westlichen Touristen nicht erspart blieben. Von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang war das Speisenangebot im gebuchten Hotel reichlich eingeschränkt. Darüber hinaus herrschten am Strand strenge Kleider-Vorschriften. "Das hatten sich meine Mandanten natürlich ganz anders vorgestellt - sie waren auf Sommer eingestellt", sagte der Mainzer Rechtsanwalt Kai Motzkus im Prozess. "Die Frau hatte nicht mal eine lange Hose im Koffer." Selbst konnten die Kläger gestern nicht erscheinen. Beide liegen nach einem Motorradunfall im Krankenhaus.

Der Dortmunder Reiseveranstalter erklärte sich bis zuletzt zu keiner freiwilligen Rückzahlung an die frustrierten Kunden bereit. Und das hatte auch einen einfachen Grund. Schließlich seien die Kläger bei der Buchung auf den Ramadan hingewiesen worden. Der Mann aus Mainz hätten darauf nur geantwortet: "Ich weiß."

In den Augen der Richter reichte der bloße Hinweis auf den Fastenmonat als Aufklärung jedoch nicht aus. Im vorliegenden Fall hätten trotz der Beteuerung des Kunden weitere Hinweise folgen müssen. Speziell wohl auch darauf, dass die Einschränkungen auch für Touristen gelten würden. von

Lesen Sie jetzt