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Rampensau aus Leidenschaft

Sie hat nach eigenen Aussagen "nichts Ordentliches" gelernt - doch damit ist sie ziemlich weit gekommen. Franziska Mense-Moritz, Kabarettistin und Kodderschnauze, Sängerin und Schauspielerin, steht seit 30 Jahren auf der Bühne.

04.03.2008

Rampensau aus Leidenschaft

<p>Sie bringt Leute zum lachen, lacht aber auch selbst gern.</p>

"Ich hab' ja versucht, was zu lernen", seufzt die 48-Jährige - nach dem 10. Schuljahr besuchte sie zwei Wochen lang eine Hauswirtschaftsschule in Beckum. Dass das nichts für sie ist, ahnt jeder, der das blonde Energiebündel kennt. Wer sich als jüngstes Kind gegen sieben Geschwister behaupten musste, wer ihre Ausstrahlung und ihren Mut hat, der gehört wohl auf die Bühne. "Ich hatte immer eine große Schnauze und Geltungsdrang. Super, dass ich das auf der Bühne austoben kann", sagt sie grinsend.

1978 ging es los: Über ihren damaligen Freund kam die 18-Jährige zum "Rock-theater N8chtschicht". Die Truppe hatte einen Auftritt in Olpe, Franziska sollte für zwei Lieder einspringen. Die Titel: "Discoboy" und "Hör auf, ich kann das nicht mehr hören." "Es ging sehr sozialkritisch um Jugendprobleme und Arbeitslosigkeit", erinnert sie sich.

Studium abgebrochen

Franziska Mense-Moritz blieb 18 Jahre bei N8chtschicht, spielte sich von der Stichwortgeberin und Sängerin zur Frontfrau hoch. Das Abitur machte sie schon mehr nebenbei, das Studium - Deutsch und Musik auf Lehramt - lief so lange auf Sparflamme, bis sie zwangs-exmatrikuliert wurde. "Ich erinnere mich nur an einen Satz meines Professors: ,Der Mut zur Blamage ist das Brot des Künstlers'. Das stimmt absolut."

Es lief einfach zu gut in jenen Jahren, die Kabarett-Truppe reiste durch Deutschland, "Fränzi" verdiente 50 DM am Abend, und als Anfang der 1980er Jahre die Entscheidung anstand, das Spielen zum Beruf zu machen oder auszusteigen, blieb sie. Erst nach dem aufreibenden Ausflug der N8chtschichtler ins Fernsehen Mitte der 1990er Jahre stieg sie aus und wurde zum Geierabend-Mitglied. Trotz weiterer Fernseh-Engagements ist die Hombrucherin im Herzen Rampen-Sau geblieben: "Ich flirte lieber mit Menschen als mit einem Glasauge." So entstand 2005 auch ihr erstes Solo-Programm. "Beim ersten Mal bin ich gestorben: Warum tue ich mir das an mit Mitte 40?" Doch die Kritiken waren gut, die Häuser voll. "Ich bringe Leute auf skurrile Art, aus dem Bauch heraus zum Lachen", beschreibt sie - wer sie in ihrer Rolle als nervtötende "Killerbäckerin" oder als Fußball-Proll "vonne Südtribüne" kennt, weiß, was gemeint ist.

Singende Säge

Ihr Mann drängelt schon ein bisschen: Wann sie denn in Ruhestand gehen wolle. Erst einmal hat Frau Mense-Moritz noch eine Menge Pläne. Einige davon haben mit einem neuen Solo-Programm und einer singenden Säge zu tun, die sie seit einiger Zeit lernt - aber davon später mehr. Katrin Pinetzki

Am Samstag (8.3.), 20 Uhr zeigt Franziska Mense-Moritz ihr Solo-Programm "Warum ich?" im Kundenzentrum der DEW 21, Ostwall 51. Ihr Begleiter am Klavier: Hans Wanning. VVK/AK 14/16 im KulturInfoShop

www.die-fraenzi.de

Rampensau aus Leidenschaft

<p>Franziska Mense-Moritz 1982 und heute - die langen blonden Haare waren lange ihr Markenzeichen. Seit einigen Monaten sind sie ab. RN Fotos (2) Menne</p>

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