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Raubkatze will sich BVB krallen

DORTMUND Sportartikel-Hersteller Nike und Borussia Dortmund – ein in der Fußball-Bundesliga vorbildliche und zumindest in den 90er Jahren sportlich sehr erfolgreiche Partnerschaft. Nur wie lange noch?

von Von Constantin Blaß

, 19.12.2007

Bis zum 30. Juni 2009 läuft der Sponsoring-Vertrag mit dem US-Bekleidungsriesen. Ob er verlängert wird, steht in den Sternen. Der Grund: Nikes Unternehmensausrichtung. Der weltweit größte Sportartikel-Hersteller will aus Image-Gründen eigentlich nur noch mit deutschen Top-Klubs zusammenarbeiten, buhlt deshalb auch intensiv um Werder Bremen. Der BVB (und auch Hertha BSC) könnten im Zuge dessen auf der Strecke bleiben.

Im Fall der Fälle müsste sich Borussia Dortmund aber nicht lange um einen Nachfolger bemühen. Großes Interesse, den BVB ab 2009 auszurüsten und zu sponsern, bekundet nach RN-Informationen Puma. Das Unternehmen aus Herzogenaurach will sich stärker in der Bundesliga präsentieren. Im Gegensatz zum Lokalkonkurrenten Adidas, für den ein Engagement nicht in Frage kommt, ist Puma im deutschen Fußball noch nicht optimal aufgestellt. Zwischen den Schwarzgelben und Puma soll es bereits ein Vorgespräch gegeben haben – auch wenn dies BVB-Boss Hans-Joachim Watzke vehement bestreitet. „Nike ist unser erster Ansprechpartner. Anfang des Jahres werden wir uns zusammensetzen“, sagt der Vorsitzende der Geschäftsführung.

Am Tisch sitzen wird dann auch Michaela Stitz. Sie ist seit Dezember Vize-Präsidentin und Nike-Geschäftsführerin für die Regionen Deutschland, Österreich, Schweiz und Slowenien. Vorgänger Hubertus Hoyt, der bisher BVB-Ansprechpartner gewesen ist, wechselte in die US-Konzernzentrale nach Beaverton. Ein Nachteil?

Negativ wird sich in den Gesprächen zweifelsohne die sportliche Entwicklung von Borussia Dortmund auswirken. Als der Fünfjahresvertrag abgeschlossen wurde, hatte man gehofft, mittelfristig an die Glanzzeiten der Partnerschaft aus den 90er Jahren anknüpfen zu können. Aus „alter Verbundenheit“ war man damals bereit, dem kurz vor dem wirtschaftlichen Kollaps stehenden BVB einen „Freundschaftsdienst“ zu leisten. Statt jährlicher Zahlungen gab es 2003 35 Millionen auf einen Schlag. Und das sogar vor Vertragsbeginn.

Borussia Dortmund kam seit 2005 aber nie über Rang sieben hinaus, ist derzeit sogar auf Platz zehn abgestürzt. Keine leichte Verhandlungsposition für den BVB und Vermarkter Sportfive. Es liegt auf der Hand, dass sieben Millionen pro Jahr in Zukunft unrealistisch erscheinen.

In die Waagschale werfen können sie, dass die Marke BVB eine große Strahlkraft hat, die Fans und Sponsoren trotz europäischer Abstinenz und zahlreichen Folter-Fußballspielen anzieht wie ein Magnet. Aber ob Borussia Dortmund auch nach 2009 bei Nike im gleichen Boot sitzen wird wie Manchester United, Inter Mailand und der FC Barcelona? Noch sei nichts entschieden, heißt es von beiden Seiten.

Wortkarg präsentierte sich auch Oliver Mintzlaff. Der Puma-Chef der Abteilung Sport-Sponsoring sagt: „Der BVB hat eine tolle Fan-Kultur und eine einmalige Tradition.“ Borussia Dortmund wäre neben dem VfB Stuttgart der zweite Bundesligist, den der weltweit drittgrößte Sportartikel-Hersteller ausrüsten würde.

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