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Rechnung kam nach vier Jahren

DORTMUND Knapp vier Jahren nach einem Notfall flatterte dem Opfer jetzt die Rechnung für den Einsatz ins Haus. Der Brief wirft Fragen auf: Müsste Horst Dombrowski nicht im Rollstuhl sitzen, wenn er schneller im Krankenhaus gewesen wäre?

17.08.2007

Der 58-Jährige aus Eving erinnert sich noch genau an den 26. September 2003. Ehrenamtlich schnitt er am Fußballplatz Bäume, dann kippte die Leiter: "Als ich am Boden lag, spürte ich meine Beine nicht mehr." Ein Krankenwagen sollte ihn ins Krankenhaus bringen, doch auf dem Weg stoppte er. Ein Rettungshubschrauber landete in der Nähe, flog den Dortmunder in eine Spezialklinik.

Jetzt kam die Rechnung. Die Krankenkasse verweigerte offenbar die Zahlung, weil für den Unfall auf dem Sportplatz die Berufsgenossenschaft zuständig ist. "Das verstehe ich ja noch, aber das Schreiben wirft andere Fragen auf", sagt der Querschnittsgelähmte. Weil der Rechnung (gut 500 Euro) nur eine Rettungswagenfahrt zugrunde gelegt worden war, fragte die Familie bei der Stadt Lünen nach, die den Rettungshubschrauber stellte. Und fand heraus: Der Flieger landete erst eine Stunde, nachdem die Notärtzin vor Ort war. "Man weiß doch, dass jede kleinste Erschütterung bei Wirbelsäulenverletzungen vermieden werden soll. Vielleicht wäre mein Mann nicht gelähmt, wenn er sofort ins Krankenhaus geflogen worden wäre", ärgert sich Gudrun Dombrowski (52).

Umstellung auf EDV

Stefan Rey, zuständiger Abteilungsleiter für die Rettungsdienst-Gebühren, konnte gestern nicht recherchieren, warum die Notärztin nicht gleich Christoph 8 alarmierte. "Dass die Rechnung so spät kam, hat mehrere Gründe. Einer ist die Umstellung auf EDV. Wir bieten der Familie gerne an, in aller Ruhe über den Einsatz und die Rechnung zu sprechen. Wenn es Fehler gegeben hat, werden wir sie natürlich korrigieren."

Die Dombrowskis wollen jetzt Anzeige erstatten. "Wir lassen uns ärztliche Unterlagen schicken und entscheiden dann, ob wir ein Verfahren wegen Körperverletzung durchführen", sagt Dr. Ina Holznagel von der Staatsanwaltschaft.

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