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Reinoldi-CD ist auch eine Hommage an Gerard Bunk

27.12.2007

Eine doppelte Hommage ist die CD, die Reinoldikantor Klaus Müller auf der Walcker-Orgel in St. Reinoldi eingespielt hat: Dieser einzige Tonträger, auf dem das Instrument zu hören ist, ist eine Erinnerung an Gerard Bunk, Reinoldikantor von 1925-58, dessen 120. Geburtstag und 50. Todestag 2008 gefeiert wird. Außerdem ist sie ein Abschiedsgeschenk an die Orgel, die Bunk vor 50 Jahren noch eingeweiht hat, und die in einem notdürftig restaurierten Zustand ist und ersetzt werden soll.

Fast alle 72 Register lässt Müller noch einmal erklingen - sogar den Zimbelstern aus dem Kronwerk. Den eleganten Bolero von Lefébury-Wely krönt der Stern. Exemplarisch nutzt Müller die vielen Farben des Instruments in einem Werk, das gar nicht für die Orgel komponiert ist: Bunks Variationen und Fuge über das altniederländische Volkslied "Merck toch hoe sterck" für Cembalo aus dem Jahr 1937, die Müller in einer eigenen Bearbeitung für Orgel spielt. Aparte, silbrige Register wählt er für die kunstvollen Umspielungen des Themas, die leicht und in schnellen Tempi filigran wie auf einem Cembalo klingen. Mächtig wirken die choralartigen Variationen und die klar, in Bach- und Reger-Manier strukturierte Fuge.

Bunk ist auch mit seinem ersten großen Orgelwerk, der "Legende" op. 29 von 1908 vertreten - einer spätromantischen sinfonischen Dichtung für Orgel. Mit geheimnisvollen Klängen fühlt sich Müller in versunkene Waldweben-Stimmungen des 2. Satzes ein; mit vielen Trillern garniert er geschmackvoll die ausschweifende Harmonik des 3. Satzes.

Klanggewaltig, im mächtigen Plenum, eröffnet Müller die CD mit Bachs Toccata, Adagio und Fuge BWV 564. Im Adagio zeigt er mit zarten Registern, wie charmant die Walcker-Orgel auch klingen kann. Einen schönen Rahmen liefern das Geläut der Reinoldiglocken und die "Carillon de Westminster" von Louis Vierne. JG

Klaus Müller: Orgel und Glocken der St. Reinoldi-Kirche, 76:47 min, Motette Verlag, 15 Euro, erhältlich auch im Reinoldiforum.

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