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Roxy-Kino vor dem Aus?

Münsterstraße

DORTMUND Das „Roxy“ an der Münsterstraße ist eine Säule in Dortmunds Kino- und Kulturlandschaft. Eine Säule, die womöglich wegbröckelt. Die Betreiberin hat wohl zum Oktober 2010 den Mietvertrag gekündigt.

von Von Kai-Uwe Brinkmann

, 24.04.2010
Roxy-Kino vor dem Aus?

Wohin geht die Reise, Roxy? Das aktuelle Mietverhältnis, das ist gewiss, ist im Oktober Geschichte.

Während der Vermieter nach Ersatz Ausschau hält, macht sich das Kino-Personal Sorgen um den Job. „Ich kann sagen, dass am 13. April die schriftliche Kündigung des Vertrages bei mir eingegangen ist“, bestätigt Jörn Schulte. Schulte ist Besitzer der Immobilie an der Münsterstraße 95, in der das „Roxy“ beheimatet ist. Mit Wirkung zu Ende Oktober habe Kinobetreiberin Gerlinde Veddeler-Johannsen das Mietverhältnis aufgekündigt.

Dem vorausgegangen seien Briefwechsel und Gespräche, in denen man keine Einigung über die Weiterführung des Vertrages erzielt habe. Eine Mieterhöhung habe nicht im Raum gestanden, so Schulte. „Man trifft sich, jeder weint ein bisschen. Das ist normal“, beschreibt er die Verhandlungssituation.

Die Kündigung habe er als Zerschneiden des Tischtuchs verstanden. Jetzt schaut sich Jörn Schulte nach Nachmietern um, die das alteingesessene, vielfach für den Spielplan prämierte Programmkino weiterbetreiben: „Ich stehe mit Interessenten in Kontakt.“ Mehr möchte Schulte derzeit nicht verraten. Das Roxy sei eine Marke und den Bewerbern ein Begriff. Gerlinde Veddeler-Johannsen war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Ihre Angestellten, die unter der Hand vom drohenden Aus des „Roxy“ erfuhren, halten sich mit Kommentaren zurück. Die Stimmung sei „desolat“, ist zu hören. „Erst einmal waren wir geschockt. Wir haben Sorge, wie es weitergeht“, meint Filmvorführer Holga Rosen. Von einem seiner Kollegen erfährt man, dass bei einer Personalbesprechung am Mittwoch die Chefin erst auf Nachfrage „die Katze aus dem Sack ließ“.

Die „Camera“ an der Mallinckrodtstraße wolle sie weiterführen, in Sachen „Roxy“ sei das letzte Wort noch nicht gesprochen. Wie das zu verstehen ist, darüber rätseln ein Dutzend Filmvorführer und Foyerkräfte. Mancher denkt schon weiter. Holga Rosen etwa kann sich vorstellen, das „Roxy“ zusammen mit zwei Kollegen zu übernehmen. Momentan ein Planspiel, „aber wir machen uns Gedanken.“ 

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