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Rundungen wie eine Birne

Es raschelt wieder im Karton. Ein stacheliges Bündel mit kleinen, schwarzen Knopfaugen scharrt sich zwischen Zeitungsschnipseln an die Oberfläche. Noch ein Patient. Igelschutz hat Konjunktur.

19.10.2007

1400 Igel haben die Dortmunder allein im Rekordjahr 2005 zur Behandlung ins Tierschutzzentrum gebracht. "Dazu kamen noch 500 Tiere, die wir selbst aufgepäppelt haben", sagt Hanno Brüggemeier von der Arbeitsgruppe Igelschutz.

17 Uhr: "Gleich geht's rund", sagt Gundula Beck, während sie sieben mit Zeitungspapier ausgelegte Kartons mit Katzenfutter- und Wasserschalen bestückt. "Wir erwarten eine Notlieferung von sieben Igeln aus dem Schwerter Tierheim." Kurz darauf stehen außerdem noch zahlreiche private Igelfinder Schlange im Tierschutzzentrum, Hallerey 39. Wie an jedem Montag-, Mittwoch- und Freitagabend.

Zwölf ehrenamtliche Mitarbeiter unter Leitung von Rosemarie Adam haben sich dem Igelschutz verpflichtet und nehmen schon einmal Position an den Stationen ein, die die stacheligen Gesellen gleich durchlaufen

Los geht's. "Ja, der ist mollig warm", stellt Beck fest, nachdem sie einem Igel den Finger auf den Bauch gelegt hat. Dann darf Finderin Heidi Busch aus Nette ihn auch schon auf dem Parasiten-Tisch platzieren, wo ihn Gundula Beck von lästigen Flöhen und Zecken befreit.

,Ferdinand' hat Heidi Busch "ihren" Igel getauft und sieht zu, wie der Kleine mit Unterstützung der Igelexpertin einen Handstand hinlegt. "Ja, es ist ein Junge", bestätigt sie mit Kennerblick.

Dann geht's auf die Waage, bevor Ferdinand eine Spritze gegen Darmparasiten bekommt. Kurz darauf darf Pflegemama Heidi ihn wieder mit nach Hause nehmen. "Wir sind keine Abgabestation", betont Rosemarie Adam. "Das können wir zeitlich gar nicht leisten. Aber wir beraten die Finder, wie sie den Igel am besten aufpäppeln."

Das Wetter soll Schuld sein, dass jetzt noch so viele kleine Igel in die Station kommen. "Im April haben die Elterntiere die warmen Tage verschlafen. Nach dem Winterschlaf war es wieder kühl. Gepaart haben sie sich spät, sogar jetzt werden noch Junge geboren", sagt Adam.

Ein Standardgewicht für den Winterschlaf gibt es übrigens nicht. "Der Igel muss birnenförmig aussehen: Vorne schmal und hinten rundlich", sagt Helferin Gundula Beck. Bianca Belouanas Seite 3: Tödlich

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