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Saxophon gab den Ton an

hörde Die Passanten, die hinter dem rot-weißen Flatterband auf der Hörder Brücke das Geschehen verfolgten, staunten nicht schlecht: Der in einem dicken Anzug geschützte Sprengstoff-Experte des Landeskriminalamtes entschärfte in dem Linienbus keine Bombe, sondern trug ein Saxophon davon.

11.10.2007

Das war um 11.56 Uhr. Nahezu zeitgleich meldete die Mutter eines 12-jährigen Schülers dem Nahverkehrsunternehmen DSW21 den Verlust des Musikinstrumentes. Um 12.15 Uhr rollte der um 9.18 Uhr vor der Hörder Brücke blockierte Verkehr wieder.

Das alles, weil der Schüler den schwarzen Saxophon-Koffer in dem Bus der Linie 440 liegen gelassen hatte. Ein Fahrer meldete einen "verdächtigen Gegenstand", den die Polizei als "USBV" bewertete - als "unkonventionelle Spreng- und Brandvorrichtung".

Tatortgruppe

Und so wurde der schwarze Koffer ein Fall für die "Tatortgruppe Sprengstoff / Brand" des Landeskriminalamtes in Düsseldorf, das sich mit Blaulicht und Martinshorn durch den Stau auf der Hörder Bahnhofsstraße schlängelte.

Die Sprengstoffexperten stellten den LKW und eine Mercedes-Limousine quer, um die neugierigen Blicke der vielen Schaulustigen abzuschirmen. Und die erlebten einen Einsatz, den Hörde schon lange nicht mehr erlebt hat. Immer wieder mussten die Einsatzkräfte allzu eiligen Bürgern die Aufschrift auf dem Flatterband buchstabieren: "P-o-l-i-z-e-i-a-b-s-p-e-r-r-un-g" stand darauf geschrieben, was ein junger Mann allerdings ignorierte und wie in einem Leichtathletikfinale unter der Absperrung hindurch auf den stehenden Bus zuspurtete. "Ich will aber den Bus noch mitbekommen", antwortete er den Polizisten, die sich ihm mit ausgestreckten Händen in den Weg stellten.

"Einfach nachgesehen"

"Früher hätten wir so einen Koffer einfach aufgemacht und nachgesehen", so ein Polizeibeamter, der wie alle auf die Ankunft der LKA-Spezialisten wartete. Doch gestern, am 11. Oktober 2007, mussten Experten ran. Was auch mit dem 11. September 2001 zu tun hat. Die Welt ist vorsichtiger geworden. "Unser Fahrer hat sich richtig verhalten", verweist DSW21-Sprecher Bernd Winkelmann auf die echte Kofferbombe, die im Sommer 2006 in einem Regionalexpress von Düsseldorf nach Dortmund unterwegs war. Regress wird DSW21 nicht stellen. "Wir schießen jetzt nicht mit Kanonen auf Spatzen. Der Schüler hat ja nicht mit Vorsatz gehandelt." Immerhin ist sein Instrument jetzt berühmt. ban

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