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Scharnhorst-Ost braucht zweite "Streife"

DORTMUND Nach außen immer wieder die Beteuerungen die Polizei: Die Wache in Scharnhorst-Ost ist trotz der alkoholisierten Unruhestifter nachts mit einem Streifenwagen ausreichend besetzt. Die genervten Anwohner, die manchmal zwei Stunden und mehr auf die Ordnungshüter warten, sagen etwas anderes. Und auch die Polizei weiß es besser, hat es sogar schwarz auf weiß – ermittelt von der Polizei.

von Von Gaby Kolle

, 09.10.2007
Scharnhorst-Ost braucht zweite "Streife"

Das Einkaufszentrum in Scharnhorst-Ost.

Nach aktuellen Zahlen der Zentralpolizeitechnischen Dienste (ZPD) in Duisburg, Dienstleister für die Polizeibehörden in NRW, bräuchte die Wache Scharnhorst fast durchgängig einen zweiten Streifenwagen, allein um die Hilferufe der Bürger in angemessener Zeit zu bewältigen, in einem Bezirk, der auch die Stadtteile Altscharnhorst, Derne, Kirchderne, Hostedde, Grevel, Lanstrop, Husen, Kurl und Fleier umfasst. Kommen noch die geforderten Präsenzzeiten in den Angst-Orten Scharnhorst-Ost und besonders im Einkaufszentrum (EKS) hinzu, sind zu gewissen Zeiten wie Donnerstagnachmittag oder am Wochenende auch drei Streifenwagen von Nöten.

Nur auf dem Papier

Auf dem Papier ist die polizeiliche Anwesenheit an diesen Angst-Orten zwar hoch, aber eben nur auf dem Papier; denn nach RN-Informationen, tragen die Polizeibeamten in die täglichen Erhebungsbögen häufig auch dann Scharnhorst-Ost ein, wenn sie z.B. in Lanstrop auf Streife waren. „Wir müssen die Zeiten bringen, das sind die Vorgaben“, heißt es.

    Zwei Streifenwagen würden schon deshalb helfen, weil die Polizei für die jugendlichen Randalierer nicht mehr so berechenbar wäre. Fährt der Streifenwagen des nachts von der Wache weg, kommt er vor einer halben Stunde nicht wieder.

Eine Stelle beim Bezirksdienst eingespart

Mit der Umorganisation der Polizei in 2003 sei die Wache um zehn Prozent aufgestockt worden, hatte der Leiter der zuständigen Polizeiinspektion am vergangenen Freitag angeführt. Damit erfüllte sie aber nur erstmals die 1999 festgelegte Sollstärke von 21 Beamten (im Drei-Schichten-Dienst). Und zum Jahreswechsel 2007 wurde wiederum eine von sechs Stellen beim benachbarten Bezirksdienst eingespart.

Für Showeffekte reichte die Personalstärke dann doch: Während der Pressekonferenz am Freitag nach der RN-Berichterstattung über die Vorfälle in Scharnhorst-Ost musste ein Bezirksbeamter vor der Wache 20 Meter auf und ab „Fahrradstreife“ fahren.

  

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