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Schlechte Noten für Familienstadt

DORTMUND Als Familienstadt und bundesweit kinderreichste Großstadt rühmt sich Dortmund. Eine bundesweite Studie meldet allerdings Zweifel an den Erfolgen des seit 2003 laufenden Familienprojekts an.

von Von Oliver Volmerich

, 04.10.2007
Schlechte Noten für Familienstadt

Wenig kinderfreundlich ist Dortmund nach dem Urteil einer aktuellen Prognos-Studie. Die Zahl der Spielplätze spielt dabei allerdings keine Rolle.

Denn im Familienatlas des Prognos-Instituts, in Auftrag gegeben vom Bundesfamilienministerium, landet Dortmund im Vergleich der 40 größten deutschen Städte weit am Ende – und wird in Sachen Familienpolitik als „passive Region“ eingestuft. Bei Vereinbarkeit von Familie und Beruf landet Dortmund unter 40 Städten auf Rang 36, bei Bildung und Ausbildung auf Rang 34, bei Freizeitangeboten für Kinder und Jugendliche sogar nur auf Rang 38.

„Bedauerlich“ findet Oberbürgermeister Dr. Gerhard Langemeyer, der die Familienpolitik zu einem Schwerpunktthema gemacht hat, die Einstufung. Seine Erklärung: Offenbar basiert die Studie auf veralteten Daten. In der Tat schneidet Dortmund in Sachen Vereinbarkeit von Familie und Beruf u.a. wegen einer Ganztagsbetreuungsquote für Kindergarten-Kinder von 14,2 Prozent schlecht ab. In Wirklichkeit liegt die Quote nach dem Ausbau des Angebots in den letzten Jahren inzwischen bei 26,5 Prozent – was in der Studie für Platz 22 reichen würde. Die hohe Zahl der Ganztagsbetreuung in Schulen, bei der Dortmund NRW-weit vorn liegt, ist in der Studie erst gar nicht berücksichtigt. Dazu gebe es kein Datenmaterial für alle Städte und Kreise in Deutschland, erklärt man bei Prognos die Lücke.

Gute Noten für Wohn-Situation

Aus dem gleichen Grund, spielt auch die Zahl an Grünflächen oder Spielplätzen bei der Bewertung der Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche gar keine Rolle. Stattdessen bewertet die Studie die Zahl der Jugendbetreuer, die Beteiligung in Sportvereinen, den Musikschüler-Anteil, die Nutzung von Bibliotheken und die Zahl der Kinoleinwände. Ein Kriterium, bei dem Dortmund auf dem vorletzten Platz landet.

Am besten schneidet unsere Stadt beim Blick auf Wohnsituation und Wohnumfeld ab. Hier punktet Dortmund in Sachen „Erschwinglichkeit“ von Wohneigentum, dem Anteil von Familienwohnungen am Wohnungsbestand und der vergleichsweise geringen Kriminalitätsrate bei Körperverletzung und Einbrüchen. Schlechte Noten gibt es wiederum für die Kinderarzt-Dichte. 43 Kinderärzte je 100 000 Kinder bedeuten den drittletzten Rang unter 40 Städten

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