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Schon seit 2001 verschwand Geld im OB-Amt

29.08.2007

Der Schaden aus der "Bargeld-Affäre" im Rathaus wächst in ungeahnte Höhen: Die Ex-Mitarbeiterin im OB-Amt hat viel mehr Geld veruntreut als zuletzt angenommen.

Im Mai noch hatte die 41-jährige Stadtbedienstete vor dem Staatsanwalt gestanden, zur Finanzierung ihrer Kokainsucht und zum Zocken in Internet-Casinos das Stadtkonto um 400 000 erleichtert zu haben. Es sei deutlich mehr, erklärte jetzt Oberstaatsanwältin Dr. Ina Holznagel auf RN-Nachfrage, eine konkrete Zahl wollte sie mit Hinweis auf die noch laufenden Ermittlungen nicht nennen.

Rechnungsprüfer und Ermittler haben die Kassenbelege bis zur Verjährungsfrist in 2001 zurückverfolgt. Die Auswertung sei im wesentlichen abgeschlossen, so Holznagel. In fünf, sechs Jahren soll die Frau rund 1 Mio. , über verschiedene Sachkonten verteilt, für sich abgezweigt haben.

Man gehe für die Jahre zwischen 2001 und 2004 von einem Schaden zwischen 100 000 und 250 000 jährlich aus, räumte OB Langemeyer gegenüber den RN ein. Die ehemalige Mitarbeiterin, die im OB-Amt im Bereich des Rechnungswesens beschäftigt war, habe nicht nur Unterschriften auf Kassenbelegen gefälscht, sondern auch Belege verschwinden lassen. Auch das mache es schwierig, den genauen Schaden zu beziffern, so Langemeyer.

Offen ist, ob die Beschuldigte das veruntreute Geld komplett ausgegeben oder noch einen Teil der Summe irgendwo gebunkert hat. Die Staatsanwaltschaft gehe weiterhin davon aus, dass die ehemalige Stadtbedienstete Einzeltäterin war, betont Holznagel: "Es gibt nicht den geringsten Hinweis, dass es Mittäter, Mitwisser oder Nebentäter gab."

Bis zum Herbst soll die Anklage fertig sein, kündigt die Behördensprecherin an. Der Beschuldigten werden Untreue und Urkundenfälschung vorgeworfen.

OB Langemeyer hat mittlerweile schärfere Kontrollmechanismen für sein Amt angeordnet. ko

Nachrichten: Geld-Affäre

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