Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Schule ohne Grenzen

DORTMUND Was passiert, wenn im nächsten Jahr die Schulbezirksgrenzen fallen: Startet ein Schülertourismus quer durch die Stadt? Entwickelt sich eine Zweiklassenausbildung mit Elite- und Problemschulen? Schulamtsdirektor Bernd Bandulewitz erwartet keine großen Auswirkungen.

von Von Susanne Riese

, 16.08.2007

Mit dem kommendem Schuljahr können Eltern erstmals frei wählen, welche Grundschule ihre Kinder besuchen sollen. Die Landesregierung hat die bisher geltenden Schulbezirksgrenzen aufgehoben.

Eine gleichmäßige Verteilung der rund 5200 Schüler auf die 93 Grundschulen sieht Schulamtsdirektor Bernd Bandulewitz trotzdem gewährleistet. Zumal die Verwaltung die maximale Zahl der Eingangsklassen im Vorfeld festgelegt hat.

Wunschschule

Doch wie kommt nun das i-Männchen von morgen an seine Wunschschule? Bereits ab 10. September bekommen die Eltern der Kinder, die bis 31. Juli 2008 sechs Jahre alt werden, Post vom Schulverwaltungsamt. Sie informiert ausführlich über das neue Anmeldeverfahren und führt als Entscheidungshilfe die Offenen Ganztagsschulen auf.

Vom 5. bis 9. November können Eltern ihre Kinder dann anmelden - wie zuvor persönlich an der gewählten Schule. Auch die Lernstandserhebung findet bei der Gelegenheit weiter statt.

"Für die nächst gelegene Schule besteht ein Aufnahmerecht", erklärt Bandulewitz. Wer allerdings eine weiter entfernte Schule wählt, muss dort bei der Anmeldung einen Zweitwunsch angeben. Über die Aufnahme wird erst dann entschieden, wenn ein Überblick über alle Anmeldungen vorliegt.

Verteilungskonferenz

Der Zweitwunsch kommt ins Spiel, wenn mehr Kinder auf der Aufnahmeliste stehen, als die festgelegte Klassenzahl bei einer maximalen Stärke von 30 Kindern zulässt. Dazu tagen Ende November die regionalen Verteilungskonferenzen, wie sie die weiterführenden Schulen bereits kennen.

Sie entscheiden nach den im Schulgesetz festgelegten Kriterien über die Verteilung der Kinder. Eine Rolle spielen dabei etwa Geschwisterkinder, Schulweg und der Besuch eines Kindergartens in der Nähe der Schule. "Anfang Dezember weiß dann jeder Bescheid", verspricht Bandulewitz. 

Kontroverse Einschätzungen

Die neue Freiheit für die Grundschüler stößt auf kontroverse Meinungen.  Die Wahlmöglichkeit sei nur eine Option für Reiche, meint die Dortmunder SPD. CDU und FDP begrüßen hingegen den Wegfall der Bezirkgrenzen im Sinne von mehr Leistungswettbewerb.

Bei aller Diskussion rechnet beim Schulamt jedoch kaum jemand mit allzu vielen Pendlern. "Wanderkinder" hat es immer schon gegeben. Etwa zehn Prozent der Eltern nutzten in der Vergangenheit die Möglichkeit, ihren Nachwuch in eine Grundschule außerhalb des Bezirks zu schicken, z.B. in der Nähe von Hort, betreuender Oma oder Arbeitsplatz. Rund 600 Anträge für den Besuch einer anderen Schule gab es für das soeben begonnene Schuljahr.

"Vielleicht werden es nun 100 bis 200 mehr", bleibt Schulamtsdirektor Bernd Bandulewitz ganz gelassen. Schließlich sei die wohnortnahe Schule die erste Wahl, denn nur so wohnen auch die Freunde in der Umgebung. Außerdem hätten die Kinder, die freiwillig eine entfernte Schule wählen, kein Anrecht auf ein SchokoTicket, so Bandulewitz.

Lesen Sie jetzt