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Schwanensee: Wie zu Tschaikowskys Zeiten

DORTMUND Freunde des klassischen Balletts müssen nicht nach St. Petersburg fahren, um die Tschaikowsky-Choreografien der Uraufführungszeit von Marius Petipa und Lew Iwanow zu sehen.

von Von Julia Gaß

, 16.01.2008
Schwanensee: Wie zu Tschaikowskys Zeiten

"Schwanensee" - klassisches Ballett der Spitzenklasse im Konzerthaus.

Mit „Schwanensee“ wie im Jahr 1895 war das St. Petersburger Staatsballett am Dienstag in einem von den Ruhr Nachrichten präsentierten Abend zu Gast im Konzerthaus und sorgte bei den Liebhabern historischer Aufführungspraxis für großen Jubel. Äußerst präzise tanzten die Petersburger, Pirouetten drehten sie genau auf einem Punkt. – Nicht immer sehr schnell, dafür begeisterten die Solisten mit einem Elegantissimo-Tanz, überaus geschmeidigen Bewegungen und sehr ausdrucksstarken Pas-de-deux.

Prächtige Tableaus mit schönen klassischen Kostümen und bunten Einlagen haben die Petersburger in den Ensemble-Szenen, besonders in den Bällen zum 18. Geburtstag und zur Verlobungsfeier des Prinzen, auf die Bühne gebracht. Etwas mehr Tempo und Schwung hätte man sich in diesen Szenen vorstellen können – allerdings mussten sich die Tänzer hier auch mit einer viel weniger breiten Bühne behelfen.

Schwere Schrittfolgen

Mehr Dynamik hatte die Choreografie in den beiden letzten Akten – die schweren Schrittfolgen des Prinzen in der Pas-de-deux-Folge mit dem schwarzen Schwan und die Pirouetten der Odile, deren Tänzerin ein Drehwunder sein muss, sind noch heute Prüfungsstücke an den Tanz-Akademien. Tatjana Tkachenko war eine wunderbare Odette/Odile – grazil, anmutig, eine Ballerina, die perfekten Spitzentanz zeigte. Prinz Dmitry Dmitryew präsentierte sich weniger sprungstark als der Rotbart (Katulskiy Anatoly) und der leichtfüßige Hofnarr (Waleri Stepanow).

Die zweite Pause zwischen dem 2. und 3. Akt wäre entbehrlich gewesen, und die Musik (vom Band) hätte eine Spur lauter sein können. – Trotzdem war‘s ein umjubelter Abend, und die Ballettfreunde werden gerne vergleichen mit Xin Peng Wangs ebenso schönem „Schwanensee“ im Opernhaus.

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