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Sekt oder Selters für Angeklagten

DORTMUND Zwei Wochen zwischen Hoffen und Bangen liegen vor einem 47-jährigen Mann aus der Nordstadt. Staatsanwalt Bodo Speckmann hält ihn für einen gefährlichen Brandstifter und beantragte gestern vor dem Landgericht sechseinhalb Jahre Haft und die Unterbringung in einer Alkohol-Entziehungsanstalt.

von Von Martin von Braunschweig

, 29.08.2007

Verteidiger Uwe Prein kämpft dagegen vehement für einen Freispruch. Für den Angeklagten wäre es schon der zweite. Bereits im Januar hatten dieselben Richter im Zweifel für den Angeklagten entschieden und den 47-Jährigen aus der Untersuchungshaft entlassen. Damals war ihm vorgeworfen worden, er habe fünf Brände in Dortmund gelegt.

Alkoholkranker Mann

Nur zwei Wochen nach seiner Freilassung war der alkoholkranke Mann dann erneut festgenommen worden. Am 6. Februar hatte es in der Nordstadt fünf Mal gebrannt. Die Polizei legte dem Mann damals auf offener Straße die Handschellen an, als er versucht haben soll, an einem abgestellten Auto ein sechstes Feuer zu legen.

Eindringlich beschwor Rechtsanwalt Prein gestern die Richter, sich nicht von ihren Gefühlen, sondern nur von ihrer Vernunft leiten zu lassen. "Wo sind hier die Beweise? Ich sehe sie nicht", sagte der Verteidiger. Es gäbe keinerlei Spuren des Angeklagten an einem der Tatorte. Und es gäbe auch keinen Hinweis darauf, dass der 47-Jährige tatsächlich versucht haben könnte, das Auto anzuzünden. Prein: "Müssen wir nicht lieber aus Zweifeln jemanden laufen lassen als einen Unschuldigen zu verurteilen?"

Unterm Strich hält der Anwalt die Beweislage im aktuellen Prozess sogar für noch schlechter als in dem Verfahren vom Januar, als am Ende ein Freispruch aus Mangel an Beweisen stand.

Die Richter wollen ihr Urteil am 10. September verkünden.

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