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Sex-Fortbildung

DORTMUND Sexreise oder Fortbildung? Bei der Ergründung der Wahrheit über die Vorgänge innerhalb des Betriebsrates der Städtischen Seniorenheime sind die Ermittler gefragt, denn es steht Aussage gegen Aussage.

von Von Ulrike Böhm-Heffels

, 11.12.2007

Während einer der Beschuldigten, der Betriebsratsvorsitzende, beteuert, er könne beweisen, dass er und seine Stellvertreterin an der Fortbildung in Rostock während der gesamten Zeit vom 14. bis 19. Oktober teilnahmen, liegen dem Geschäftsführer der Städtischen Seniorenheime, Martin Kaiser (Foto), eidesstattliche Versicherungen von drei „unterschiedlichen Personen“ vor, wie er betont. Und: Diese lägen allesamt innerhalb des Fortbildungszeitraums. Soll heißen: Kollegen der beiden beschuldigten Betriebsräte hatten sich offensichtlich auf die Lauer gelegt vor besagter Ferienwohnung, die für Sado-Maso-Spielchen ausgestattet sein soll. Kaiser: „Zeugenaussagen muss ich ernst nehmen. Schließlich: Wenn es nicht so war, müssten sich die Zeugen wegen Meineids verantworten. Das aber muss ein Richter entscheiden.“

Der Chef der Seniorenheime fürchtet, das Unternehmen mit seinen acht Heimen, fast 1000 Bewohnern und dem Hansmann-Haus könne nachhaltig Schaden nehmen durch die pikante und möglicherweise strafrechtlich zu belangende Angelegenheit: „Es sind hier über 800 Mitarbeiter, die jeden Tag unter Beweis stellen, dass wir eine gute Pflege machen. Die wollen gut vertreten werden. Sie wollen nicht, dass irgendwelche Rivalitäten auf ihrem Rücken ausgetragen werden.“

Zum Prozedere, wie der gesetzliche Anspruch auf Fortbildung durch die Geschäftsführung der Städtischen Seniorenheime genehmigt würde, erklärt Kaiser, das jährliche Budget des 13-köpfigen Betriebsrats sei auf einen richterlichen Vorschlag hin gedeckelt und umfasse rund 30 000 Euro. Grundsätzlich wähle der Betriebsrat aus seinen Reihen, wer an einer angebotenen Fortbildungsmaßnahme teilnehme und lege dann den Vorschlag der Geschäftsführung zur Prüfung vor.

Kaiser: „Die Summe für jede einzelne Fortbildungs-Veranstaltung wird per Rechnung an uns adressiert, vom Rechnungswesen geprüft, freigegeben und bezahlt.“ Für die Fortbildung in Rostock hätten sie eine Rechnung vom Anbieter, dem Institut, samt Hotelunterbringung erhalten. Der Bildungsträger wurde inzwischen aufgefordert, der Geschäftsführung eine entsprechende Teilnahme-Bestätigung der beiden Beschuldigten beizubringen. Kaiser: „Spätestens vor Gericht muss das offen gelegt werden.“

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