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"Shakespeare kannte mehr Wörter als Gott"

04.03.2008

"Shakespeare kannte mehr Wörter als Gott"

<p>Meisterliche Unterhaltung: Patrick Spottiswoode. privat</p>

Shakespeare? Staubtrocken und zum Gähnen langweilig, denkt so mancher Schüler. Und quält sich durch die altenglische Sprache, für jede erklärende Fußnote dankbar. Zumindest 200 Schüler des 11. und 12. Jahrgangs am Mallinckrodt-Gymnasium dürften das anders sehen, seit sie sich gestern in Patrick Spottiswoodes Ein-Mann-Vorstellung "Shakespeare on the Globe" köstlich amüsiert haben. Der 50-jährige Educational Director des Londoner Globe-Theaters weiß, wie er deutschen Jugendlichen das Englisch des 16. Jahrhunderts schmackhaft macht: Mit Wortwitz, Gestik, Mimik und vollem Körpereinsatz.

Drei Mal zieht er als Pyramus (Ein Sommernachtstraum) auf der Bühne sein unsichtbares Schwert und stößt es sich theatralisch in den Bauch. Damit es auch alle Zuschauer gleich gut sehen können, schließlich saßen Theaterzuschauer zu Shakespeares Zeiten um die Bühne herum und nicht frontal gegenüber.

"7000 Wörter kannte die englische Bibel, 17 000 waren es bei Shakespeare. Damit kannte er mehr Wörter als Gott", scherzte Spottiswoode. Doch weil der alte Dichter die englische Sprache gar nicht schön fand, belieh er das Lateinische. Vorteil: "Längere Wörter, mehr Silben, schönerer Klang", so der 50-Jährige.

Patrick Spottiswoode will nicht belehren, will nicht, dass Shakespeares Werke zum trockenen Studienobjekt ohne Gefühl verkommen. "Die Schüler sollen die Sprache schmecken können. Nicht das Rezept ist wichtig, man muss auch danach kochen können", sagt er. Sein Konzept geht auf. Wie alle 200 Oberstufenschüler war auch Lisa Heike (13. Jhg.) von der Vorstellung "gefesselt". "Witzig und informativ" fand Tobias Mohrmann (11. Jhg.) die Darbietung: "Sie hat gut verdeutlicht, wie Shakespeare dachte." bel

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