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Sissis Kutscher als Dirigent

23.01.2008

Sissis Kutscher als Dirigent

Wienerischer geht's nimmer: Wenn das Wiener Urgestein, Dirigent Herbert Prikopa (Foto) Anekdoten aus der KuK-Zeit erzählt, meint man, er selbst hätte mit Johann Strauß im Heurigenlokal gesessen und Sissi die Hand geküsst. Hat er auch - zumindest im Film.

In Ernst Marischkas berühmten "Schicksalsjahren einer Kaiserin" war Prikopa 1957 der Kutscher, der dem Kaiserpaar in der Mailänder Scala als Adeliger präsentiert wird. Mit dem selben zerknautschten Gesicht und verschmitzten Lächeln dirigierte der 71-Jährige nun im Konzerthaus die K&K-Philharmoniker und erzählte dabei Geschichten.

Eine lieb gewordene Tradition ist das etwas verspätete Neujahrskonzert, das am Dienstag ein EU-Konzert oder - wie Prikopa meint - ein "ESU" (ewiges Strauß-Universum) war. Von Portugal und dem "Spitzentuch der Königin" über Spanien und einen Kastagnetten-Galopp, eine Moldau-Polka aus Tschechien und ungarische Csárdás-Klänge führte die Walzerreise an die schöne blaue Donau. Selbstverständlich endete auch dieser Wiener Abend mit den Donauwalzerklängen und dem Radetzky-Marsch.

Mit Wiener Blut und Schwung spielte das Orchester, das Prikopa auswendig und höchst lustvoll dirigierte. Auch zu einer Gesangseinlage "Bei uns z'Haus" ließ sich das ehemalige Mitglied der Wiener Volks- und Staatsoper hinreißen.

Das Wiener Blut fehlte Sopranistin Yoo-Ra Lee-Hoff noch ein wenig. Für die Rosalinde war sie im "Fledermaus"-Csárdás etwas zu mädchenhaft, und auch die Meeresfrüchte hätte man ihr als scheuem Fischermädchen Annina aus der "Nacht in Venedig" wohl nicht aus den Händen gerissen.

Mehr Wiener Charme hatten die von Gerlinde Dill choreografierten Einlagen für die fünf Paare des K&K-Balletts. Besonders das Finale, in dem fünf Sissis mit fünf Franz-Josefs den Kaiserwalzer tanzten, hat wohl nicht nur Herbert Prikopa gut gefallen. JG

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