Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

So hat sich die KFZ-Branche geschlagen

Wirtschaftskrise

DORTMUND Die heimische Autobranche spricht von der größten Herausforderung in ihrer Geschichte. Schlimmer noch als die Ölkrise in den 1970er Jahren. Die Wirtschaftskrise hat Spuren hinterlassen.

von Von Achim Roggendorf

, 17.04.2010
So hat sich die KFZ-Branche geschlagen

Trotz Krise konnte sich die heimische Autobranche behaupten.

Händler, Werkstätten und Zulieferer schnuppern allmählich jedoch wieder Morgenluft. Autohäuser etwa spüren, dass so mancher Kunde wieder den Mut zum Neuwagenkauf aufbringt. Insbesondere Premiumhersteller sind optimistisch. Auch Autozulieferer wie Continental fahren ihre Produktion wieder hoch.

„Trotz Schnee und Eis sind wir gut ins neue Jahr gestartet“, sagte Petra Schölling von der Mercedes-Benz Niederlassung. Blau-weiße Rekorde vermeldete im Januar BMW-Niederlassungsleiter Gotthold Heim für das Jahr 2009. Mit 2411 Autos wurden 5,2 Prozent mehr neue Edel-Karossen aus bayerischer Produktion verkauft als 2008.

Das vergangene Jahr war das Jahr der Abwrackprämie: die Kunden kauften Neuwagen, der Gebrauchtwagenmarkt lag am Boden. Jetzt wendet sich das Blatt. Verdienten die Hersteller 2009 mit Neuwagen Geld, machen sie jetzt auch wieder mit Gebrauchten Kasse, teilt die KFZ-Innung mit.

Die angespannte Situation in der Logistik hat zu einem massiven Rückgang bei LKW-Verkäufen geführt. Allerdings rechenen Experten mit einem leichten Aufschwung im laufenden Jahr, wenn das Konjunkturpaket II seine volle Wirkung entfaltet, und wieder mehr Fahrzeuge auf Baustellen gebraucht werden. Die Krise erfasste auch MAN an der Hannöverschen Straße mit voller Wucht. Denn für Brummis & Co. gab es die Abwrackprämie von 2500 Euro nicht. Dennoch investierte MAN und startete zeitgleich als neuer Servicestützpunkt für VW-Nutzfahrzeuge.

Im April 2009 schimpfte Klaus Bauer in einem Gespräch mit unserer Zeitung noch wie ein Rohrspatz: „Die Abwrackprämie ist der größte Beschiss. Sie raubt mir das Geschäft.“ Inzwischen hat sich der KFZ-Meister wieder beruhigt. „Das Reparaturgeschäft läuft nach weiterhin rund.“ Auch bei der KFZ-Innung atmet man auf: Die zunächst befürchtete Pleitewelle ist ausgeblieben.  

Die Firmen traf die Krise hart. Einige reagierten mit harten Einschnitten. Beispielsweise Elmos. Erst nach zwölf Monaten beendete der börsennotierte Chiphersteller Anfang Januar die Kurzarbeit. Auch bei Continental hat sich die Lage entspannt. Seit August 2009 werden die Mitarbeiter nicht mehr früher nach Haus geschickt. Die Auftragslage ist nunmehr so gut, dass sogar wieder Leiharbeiter eingestellt wurden. Gleichwohl bekam nicht jeder Zulieferer die Kurve. So gingen bei der Baroper Federn und Stanzteile GmbH nach 70 Jahren die Lichter aus. Ungewiss bleibt zudem die Zukunft der Metallhüttenwerke Bruch. Die Firma geriet Ende 2008 in wirtschaftliche Schieflage. So fuhren die Kunden, namhafte Autobauer, die Produktion zurück. Keine Autos heißt aber: kein Bruch-Aluminium für Gussteile und Bleche. Jetzt sucht der Insolvenzverwalter nach einem Käufer.