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Solendo in Bedrängnis

DORTMUND Der Streit um laute Partymusik bringt die Szenekneipe Solendo in immer größere Schwierigkeiten. Jetzt droht Betreiber Oliver Buschmann auch eine Niederlage vor Gericht.

von Von Jörn Hartwich

, 12.12.2007

Ein Urteil ist zwar noch nicht gesprochen, trotzdem gibt es schon eine klare Tendenz. Wie Dienstag am Rande eines Zivilprozesses am Dortmunder Amtsgericht bekannt wurde, wird der Klage einer Anwohnerin wohl stattgegeben. Das hieße: Das Solendo muss leiser werden. Vor allem nach 22 Uhr. Dass die Strandbar zu laut ist, ist ohnehin ziemlich eindeutig. Ein Lärmgutachter hat bestätigt, dass die zulässigen Höchstwerte regelmäßig überschritten werden. Der Hafen selbst sei zwar eigentlich auch schon zu laut, das Solendo aber eben auch.

Die Klägerin hält die Beschallung sogar für unerträglich. Vor allem am Samstag werde die Musik erst zwischen vier und fünf Uhr morgens abgedreht. An Schlaf sei aber auch danach nicht mehr zu denken. „Weil ich dann innerlich so aufgeregt bin“, sagte sie vor Prozessbeginn. Musik, Gerede, Bierflaschen-Geklapper: Seit es das Solendo gebe, sei das Leben im Hafen nur noch Nerven aufreibend.

  Oliver Buschmann weiß natürlich auch, dass es in seiner Szene-Kneipe laut werden kann. Aber ohne Partys könne er halt nicht überleben. „Nur für eine Tasse Kaffee kommt doch keiner bei mir vorbei.“ Sollte die Anwohnerin die Klage gewinnen, ist allerdings noch lange nicht klar, wie die Einhaltung der Grenzwerte überhaupt kontrolliert werden soll. Die Richterin: „Die Frau müsste sich dann wohl ein Messgerät in ihre Wohnung stellen...“

Unabhängig von Ausgang des Zivilverfahrens hat auch die Stadt ihren Druck erhöht. Sollte das Lärmproblem in den nächsten zwei Wochen nicht gelöst werden, könnte das Solendo schon im Januar geschlossen werden. „Dann wird mir die Konzession entzogen“, bestätigte Buschmann im Prozess. Am kommenden Freitag soll es in dieser Sache aber  noch einmal eine Art Krisensitzung geben.

Die ursprünglich geplante  Lärmschutzwand will Buschmann auf jeden Fall nicht mehr bauen – zumindest nicht ohne Beteiligung der Stadt. „Alleine ist das nicht zu stemmen.“

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