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Sozialarbeiter könnten Situation entschärfen

11.10.2007

Die Berichte über die Jugendgruppen in Scharnhorst-Ost sind jetzt in eine wissenschaftliche Arbeit eingeflossen. "Meine bisherigen Erkenntnisse über den Einfluss von Migranten auf die Sozialstruktur eines Stadtteils habe ich im Wesentlichen bestätigt gefunden", sagt Christoph Olszewski (Foto), der in Bochum Sozialwissenschaften studiert.

In Scharnhorst kennt sich der 21-Jährige gut aus, viele Bekannte und Freunde wohnen dort. "Das Kernproblem", erklärt Olszewski, "sind die Sprachprobleme der russisch-stämmigen Angehörigen, die Mitte der 90er Jahre nachgezogen sind."

Ein Großteil von ihnen spreche kaum Deutsch, entsprechend schwer falle ihnen die Integration. "Der mangelnde Kontakt zur einheimischen Bevölkerung sorgt dafür, dass sich die jungen Leute auf ihre russische Identität zurückbesinnen und die Gesellschaft von Landsleuten suchen - ein Umstand, der durch eine falsche Ansiedlungspolitik unterstützt wurde", sagt der 21-Jährige.

Häufig kämen Frust und Langeweile hinzu, weil die Migranten auf dem Arbeitsmarkt keine Chance haben. Das führe zu Aggression, die häufig in Straftaten münde. "Dazu kommt, dass in Russland eine andere Auffassung von Gewalt und Autorität verbreitet ist und die Migranten selbst Gewalterfahrungen gemacht haben." Auch das "problematische Freizeitverhalten mit exzessivem Alkoholkonsum" ist laut Olszewski typisch für die Szene: "Sie haben keine Chance auf dem Arbeitsmarkt. In der Freizeit kommt dann Langeweile auf, Probleme ertränken sie in Alkohol."

Auch über die Lösung des Problems hat sich der Student Gedanken gemacht: Die Sozialwohnungen für Mi-granten müssten im ganzen Stadtgebiet verteilt werden, zur Verbesserung der aktuellen Situation müssten mehr russischsprachige Sozialarbeiter eingesetzt werden.

Die Polizei habe gute Chancen, das viel zu spät erkannte Problem in den Griff zu bekommen: "Für die russischen Migranten verkörpern sie die Staatsgewalt, eine Autorität, die von ihnen durchaus anerkannt wird." weg

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