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Sprechende Pflanzen und Plastik-Ikebana

Der erste Impuls ist: "Iieh!" Das Waschbecken ist überzogen mit grünen Flechten.

11.10.2007

Ilka Meyer schaut sie beinahe verliebt an. "Es sind faszinierende, autonome Lebewesen", sagt die Berlinerin, die ab heute mit acht weiteren Künstlern im Künstlerhaus am Sunderweg ausstellt. "Alles im grünen Bereich" heißt die Schau, in der die Grenzen zwischen Natur, Kultur und Mensch ausgelotet werden.

Natürlich künstlich? Das ist die Frage auch bei Karin Hilmar. Die Gelsenkirchenerin zeigt in einer Videoinstallation Weinbergschnecken in Nahaufnahme; einige Meter weiter schleimen fünf echte Exemplare durch ein Terrarium. Dazu schuf Hilmar organische Skulpturen aus Silikon, die, mit ihren fünf zehen-artigen Ausstülpungen am Boden liegend, irritierende Assoziationen wecken: Körperteile? Seehunde?

Das Thema des Hamburgers Harald Finke ist Kommunikation mit Pflanzen. Allerdings redet nicht er mit Blumen - sie "sprechen" zu ihm. Für sein Projekt "PflanzenSchrift" hat er zwei Euphorbien verkabelt und an ein Computerprogramm angeschlossen, das die Spannungsschwankungen der Blätter in Töne und Kurven übersetzt.

Die japanische Blumensteck-Kunst hat die Münchenerin Stephanie Senge in Japan gelernt. Ihre nach allen Regeln der Ikebana-Kunst gesteckten Sträuße bestehen allerdings nicht aus Blumen, sondern aus Spülbürsten und Plastikhandschuhen, Laubsägen und Staubwedeln - Plastikschrott, den die Künstlerin in japanischen 100-Yen-Shops (1-Euro-Läden) fand.

Ein Pflanzen-Hängebild zeigt Jennifer Halfpap aus Hamburg. Die Bohnen wachsen bei ihr unter der Decke, der Betrachter kann von unten durch eine Glasplatte aufs Wurzelwerk sehen. Natürlich künstlich? Kunst, ganz natürlich! Katrin Pinetzki

bis 11.11., Sunderweg 1

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