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Spuren von Gewalt auf Kinderkörpern?

04.03.2008

Spuren von Gewalt auf Kinderkörpern?

Dr. Annette Düsterhaus, die Chefin des Gesundheitsamtes.

Kindswohlgefährdung - der Fall Mengede, wo zwei Kinder neben ihrem sterbenden Vater lebten, soll erst heute im Fokus stehen, wenn die CDU im Kinder- und Jugendausschuss dem Jugendamt auf den Zahn fühlen will. Gestern kam Gesundheitsamts-Chefin Dr. Annette Düsterhaus (Foto) zu Wort und blieb allgemein. Im Sozialausschuss zog sie Bilanz über die Medizinischen Hilfen bei Kindeswohlgefährdung. Zwar trüge das Jugendamt die Hauptverantwortung (75 Prozent der Meldungen kommen von den Jugendhilfediensten), aber es sei eine zweite Schiene aufgemacht worden: "Die Nachricht geht direkt aus der Kinderklinik an uns."

Letztes Jahr absolvierte das Gesundheitsamt 680 Hausbesuche, 100 weniger als noch zwei Jahre zuvor. Durchschnittlich gehören 65 Familien zu den Begutachteten. Sie müssen sich im Schnitt auf zehn Hausbesuche einstellen, die samt Fahrzeit, einschließlich der Telefonate und Dokumentation jeweils etwa 2,5 Stunden dauern.

Weil die medizinische Abklärung eines Verdachtes auf Kindeswohlgefährdung gefragt ist, hat Dr. Düsterhaus ihre Mitarbeiter beauftragt, sich die Kinder vor ihren Augen auch ausziehen zu lassen, um eventuelle Spuren von Gewalteinwirkung sichtbar zu machen. Die Gesundheitsamts-Chefin verweist aber auf die Grenzen des Machbaren: Schwierig würde es bei Säuglingen in Junkie-Haushalten. Da könne es bereits für das Kind zu spät sein, wenn ihre Mitarbeiter die Eltern nicht anträfen. Oder im Fall von Vorsatz. Man sollte kriminelle Energien nicht unterschätzen.

Die weitaus meisten Eltern, die 2007 Besuch vom Gesundheitsamt bekamen, waren überfordert, nämlich 44 Familien. In 17 Fällen bestand Drogen-, bzw. Alkoholabhängigkeit. bö

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