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Stadt hortet Geschenke aus den Partnerstädten

Rathaus-Vitrinen

DORTMUND Mit Geschenken ist das so eine Sache. Während der Normalbürger die Kristallvase von Tante Lisbeth ganz hinten im Schrank verstecken kann, stellt die Stadt die Präsente ihrer Partnerstädte brav in Vitrinen.

von Von Steffi Tenhaven

, 23.04.2010
Stadt hortet Geschenke aus den Partnerstädten

Andreas Schulz kümmert sich um die Sammlung.

Sonntag (25.4.) ist „Welttag der Partnerstädte“. Dortmund unterhält seit gut 50 Jahren freundschaftliche Beziehungen zu sieben internationalen Städten sowie zu Zwickau – und in dieser Zeit hat sich im Rathaus so einiges angesammelt. Büffel aus Buffalo Büffel aus Buffalo (USA) in allen Größen grasen in gläsernen Schränken. Amiens (Frankreich) – die älteste Städte-Freundin – füllt die Regale u.a. mit verschiedenen Darstellungen des Bodenmosaiks ihrer Kathedrale.

Delegationen aus Netanya (Israel) hatten oft neunarmige Leuchter im Gepäck. Novi Sad (Serbien) wappnete sich für offizielle Besuche mit seinem Stadt-Wappen in allen nur denkbaren Ausführungen. Die Gaben aus Xi‘An (China) reichen von einem goldenen Drachen, der Wetterstation und Füllfederhalter in Personalunion ist, bis hin zu zwei Nachbildungen der berühmten Terrakotta-Krieger, die auf dem Rathaus-Parkett knien. Ein halbnackter Don Kosake auf einem Bierfass aus Rostow am Don unterstreicht, dass das Trinken die Völkerverständigung erleichtert. Auch prächtige Samowars kommen aus Russland. Zwickau und Dortmund tauschten gerne Bergmänner. Und Leeds (England) lässt die Stadt seit 1969 feines Tafelsilber putzen. „Da könnte man auch mal wieder ran“, sagt Andreas Schulz und schmunzelt. Der 39-jährige Sachbearbeiter sorgt dafür, dass die Geschenke regelmäßig abgestaubt werden.

Nur ein kleiner Teil der Präsente lagert in einem klimatisierten Kellerraum. Noch sei nie etwas zu Bruch gegangen. Und dass Geschenke die Freundschaft erhalten, wird zunehmend neu interpretiert. „Der Trend geht dahin, dass sich die Städte in Projekten unterstützen, vor allem in sozialen.“, betont Schulz, der für die Kontaktpflege zu den Partnerstädten zuständig ist.

Eine üppige Aufmerksamkeit der israelischen Freunde zum 25-jährigen Bestehen der Städtepartnerschaft wuchs zur Anekdote. „Unserer Delegation war ein riesiger Pokal geschenkt worden, der auch noch einen Marmorsockel hatte“, erzählt Andreas Schulz. „Den haben wir am Flughafen von Tel Aviv nur durch ganz viel gutes Zureden durch den Zoll schleusen können.“