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Stadt rügt Baufirma wegen Störung des Unterrichts

Sanierung an der Eintracht-Grundschule in Holzen

Eine Sanierung im laufenden Schulbetrieb ist immer so eine Sache. An der Eintracht-Grundschule in Holzen laufen gerade die Arbeiten – und es geht eine Menge schief.

Holzen

, 11.06.2018
Stadt rügt Baufirma wegen Störung des Unterrichts

Baumaterial und Paletten stapeln sich auf dem Schulhof. Ein großer Teil des Gebäudes ist eingerüstet © Jörg Bauerfeld

Jetzt ist die Eintracht-Grundschule an der Heinrich-Pieper-Straße ein typischer 70er-Jahre-Bau, der einfach mal eine energetische Sanierung benötigt. Probleme gibt es dann, wenn die ausführende Firma mit wenig Feingefühl an die Arbeit geht. Dann rieselt auf einmal während des Unterrichts Putz von der Decke im Treppenhaus und es steht auch schon einmal ein Kranwagen auf dem Schulhof – während der Pausenzeiten.

Für die Eltern ist dann irgendwann der Zeitpunkt gekommen zu sagen: „So geht das nicht weiter“. Es wurde sogar überlegt, die Schüler mit Helmen in den Unterricht zu schicken. Die Verwaltung hat nun reagiert, Fehler in der Bauphase eingeräumt und ein Schreiben an alle Eltern aufgesetzt.

Sanierung im laufenden Betrieb

Aber was ist nun wirklich passiert und warum muss die Sanierung im laufenden Betrieb stattfinden? „Man muss sagen, es bestand zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für Leib und Leben“, sagt Schulleiterin Irmgard Möckel. Aber es gibt Lärm und Dreck. Möckel sieht das Problem in der Kommunikation. „Es wäre doch schön, wenn ein Vertreter der Stadt vor so einer großen Baumaßnahme auch einmal die Eltern informieren würde. Und wenn einfach mal gesagt würde, wann an welcher Stelle gebaut wird.“

Sogar die Schulrätin und das Schulverwaltungsamt wurden von den Eltern mit ins Boot geholt und informiert. Denn, an einen geordneten Unterricht war in der letzten Woche in gewissen Gebäudeteilen nicht zu denken. Zu groß der Lärm der Sanierungsarbeiten. „Wir sind regelrecht aus den Räumen geflohen“, sagt die Schulleiterin. „Gut, dass es noch ein Nebengebäude mit zwei freien Räumen gibt.“

Putz rieselte von der Decke

Das Fass zum Überlaufen brachte die Tatsache, dass in der letzten Woche Putz von der Decke rieselte. Und zwar an der Stelle, die nun schon seit einem Jahr offen liegt. Hier, im blauen Trakt gab es einen Wasserschaden, Platten lösten sich, mussten abgenommen werden und wurden nicht ersetzt.

Dann kamen die Arbeiten auf dem Dach und mit ihnen der Dreck. Fairerweise muss man sagen, dass die Stadt auf die Elternbeschwerde sofort reagiert hat. „Die zuständige Projektleiterin hat sofort einen Vorort-Termin mit den Verantwortlichen einberufen“, sagt Stadt-Pressesprecherin Katrin Pinetzki. Nach Meinung der Schulleitung aber zu spät. Die Arbeiten an der Schule laufen jetzt schon seit März. Dabei geht es auch um Fristen, die eingehalten werden müssen – „Fördermittel“ ist hier das Zauberwort. Jetzt muss die Verwaltung sehen, wie sie aus der Sache wieder rauskommt.

Stadt versteht besorgte Eltern

„Die Besorgnis der Eltern ist absolut verständlich, und wir bedauern die Vorfälle“, sagt Katrin Pinetzki. Das Planungsbüro, das die Bauleitung übernommen habe, habe dieses Fehlverhalten bereits auf Schärfste gerügt.

Denn es wurde auch gegen vertragliche Vereinbarungen verstoßen. „Leider kann Fehlverhalten trotz einer engen Kontrolle bzw. Begleitung der Firmen nicht vollständig verhindert werden“, sagt Katrin Pinetzki.

Zumindest ist nun eine Regelung getroffen. Baufahrzeuge, Hebezeuge wie Kranwagen dürfen nur nach vorheriger Ankündigung bei der Bauleitung und der Schulleitung den Schulhof befahren. Dieser muss dafür abgesperrt werden. Und der Baukran darf nur außerhalb der Schulzeiten arbeiten. Die Arbeiten sollen im Übrigen im September 2018 abgeschlossen sein.

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