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Stadt will Anwohnerin enteignen

Grundstück-Streit

BAROP Eine Anwohnerin der Straße „Am Gardenkamp“ will ein sechs Quadratmeter großes Grundstück für den umstrittenen Ausbau der Strecke nicht verkaufen. Die Stadt baut Druck auf. Mit einem Enteignungsverfahren und Kostengründen.

von Von Peter Bandermann

, 12.04.2010
Stadt will Anwohnerin enteignen

Die Stadt ist nicht nur aus Kostengründen auf das Grundstück angewiesen.

Bei der betroffenen Dr. Renate Wunstorf ist es die Gesundheit, warum sie dem Verkauf nicht zustimmt: „Bei einem Arbeitsunfall habe ich ein Knalltrauma erlitten. Ich bin zwangspensioniert und auf genau die Ruhe angewiesen, für die ich 1996 an den Gardenkamp gezogen bin. Laute Fahrgeräusche kann ich jetzt gar nicht gebrauchen“, so die 49-jährige Baroperin. Der von der Stadt zugesagte Lärmschutz (Flüster-Aspahlt, Einbau von besonderen Fenstern) reiche nicht aus.

Dr. Wunstorf: „Für effektiven Lärmschutz ist auf unserem Grundstück überhaupt kein Platz. Um Ruhe zu haben, müsste ich meine Fenster zumauern.“ Wie mehrfach berichtet, ist die Stadt für den Ausbau der Straße (die Bauarbeiten haben bereits begonnen) auf den Ankauf mehrerer Grundstücksteile angewiesen. Entstehen soll eine Hauptverkehrsstraße zwischen dem Uni-Campus und der Stockumer Straße. Lothar Staschik vom Amt für Liegenschaften stellte am 6. April in einem Schreiben an Renate Wunstorf klar, warum die Stadt nicht länger warten will:

„Aufgrund des Fortschritts der Baumaßnahme ist dieses Vorgehen leider nicht mehr zu vermeiden, um kostenträchtigen Verzögerungen beim Ausbau entgegen zu wirken.“ Diesen „kostenträchtigen Verzögerungen“ steht laut Stadt-Brief ein Kaufpreisangebot über 770 Euro für 6 m² Grund und Boden gegenüber.