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Streik ab Mai möglich

Klinikum Dortmund

DORTMUND Ende Mai könnten wieder die Lichter ausgehen in den OP-Sälen des Klinikums. Nach dem Scheitern der Tarifgespräche für kommunale Ärzte und der anlaufenden Urabstimmung für flächendeckende Streiks, muss die Geschäftsführung von Westfalens größtem kommunalen Krankenhaus über Notdienst-Pläne nachdenken.

von Von Ulrike Böhm-Heffels

, 10.04.2010
Streik ab Mai möglich

200 Ärzte wollen am Mittwoch am Klinikum Dortmund streiken.

Das tat sie zuletzt 2006, als die Ärzte in einen fünfwöchigen Streik traten. Am Tag befanden sich bis zu 150 Kollegen von 450 im Ausstand. Aufgrund des am Klinikum gültigen Solidarsystems musste jeder der dort beschäftigten Ärzte wegen des Streiks einen Gehaltsverlust von 1000 Euro hinnehmen. Insgesamt 300.000 Euro zog die Geschäftsführung 2006 an Personalkosten ab. Die Erlös-Ausfälle, z. B. wegen abgesagter Operationen, beliefen sich auf 2,7 Millionen Euro.

Anästhesistin Bärbel Wiedermann-Schätzler weiß als Vertreterin des Marburger Bundes: „Die Streikbereitschaft ist groß. Wir haben vor dem Scheitern der Gespräche deutliche Kompromissbereitschaft gezeigt und sind auch jetzt jederzeit bereit, die Verhandlungen wieder aufzunehmen.“ Auch LWL-Klinik und Elisabethklinik in Aplerbeck sind auf Streiks gefasst. Die beiden psychiatrischen Krankenhäuser des Landschaftsverbandes müssen für Mai an Notfallplänen basteln.

Mitte Februar waren die Beschäftigten der früher privat geführten und in die Insolvenz gerutschten Elisabeth-Klinik in den Streik getreten. 120 Beschäftigte wurden nach dem Kauf durch den LWL in den Tarifvertrag Öffentlicher Dienst überführt. Etliche von ihnen mussten Einkommenseinbußen hinnehmen.