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Streit um neues Einkaufscenter

DORTMUND In der Diskussion um das geplante ECE-Einkaufszentrum auf dem Thier-Gelände bahnt sich ein offener Streit zwischen Industrie- und Handelskammer (IHK) und Einzelhandelsverband (EHV) an. Beide brachen gestern ihr Schweigen und reagierten damit auf die RN-Berichte über die skeptische Aufnahme der ECE-Pläne im Konsultationskreis Einzelhandel und in der Politik.

von Von Oliver Volmerich

, 21.12.2007
Streit um neues Einkaufscenter

Vorbild für Dortmund: Das ECE-Einkaufscenter Ettlinger Tor in Karlsruhe.

Während EHV-Geschäftsführer Dr. Wilm Schulte das geplante Thier-Center mit 38 000 Quadratmetern Handelsfläche (inklusive des bestehenden Berlet-Hauses) für überdimensioniert hält, mahnte IHK-Hauptgeschäftsführer Reinhard Schulz, dem Investor nicht zu enge Fesseln anzulegen. „Wir haben nach sorgfältiger Analyse des vorliegenden Gutachtens ähnlich wie offensichtlich auch die Politik erhebliche Bedenken gegen die von der ECE angedachte Größenordnung des geplanten Einkaufszentrums und sehen deshalb weiteren Gesprächsbedarf“, erklärte Schulte. Die Politik müsse dafür Sorge tragen, dass die Verkaufsflächen „beträchtlich reduziert werden“.

IHK-Chef Schulz plädierte dagegen im Gespräch mit den RN dafür, dem Investor „gute Konditionen einzuräumen.“ Schulz: „Ich sehe die Chancen deutlich höher als die Risiken. Deshalb müssen wir alles tun, um das Projekt zu realisieren.“

Nicht neu

Neu ist die Diskussion nicht: Fast in jeder Stadt werden Bedenken laut, wenn ein neuer Einkaufstempel seine Türen öffnet. In Karlsruhe war es vor zwei Jahren nicht anders. Dort hat das ECE-Center Ettlinger Tor, das laut Thier-Gutachten Vorbild für die Planungen in Dortmund ist, mit 32 0000 Quadratmetern die Handelsfläche in der Innenstadt um ein Drittel erhöht. In Dortmund gäbe es mit den ECE-Planungen auf dem Thier-Gelände ein Plus von 16,7 Prozent. Nach einer Studie der Karlsruher Wirtschaftsförderung hat die neue Konkurrenz von 116 Geschäften im ECE-Center trotzdem eine Reihe von Nebenlagen und die Hauptgeschäftsstraße eher gestärkt – wie Fußgängerzählungen belegen.

„Überdimensioniert“

Allerdings überwiegt bei Politik und Einzelhandelsverband (EHV) in Dortmund die Skepsis. Mit ihm seien 38 000 Quadratmeter Handelsfläche nicht zu machen, lässt SPD-Fraktionschef Ernst Prüsse wissen. Und folgt damit der Einschätzung des EHV, der die geplante Verkaufsfläche für „überdimensioniert“ hält. „Wir sind für ein Einkaufszentrum auf dem Thier-Gelände, möchten aber, dass ein solches Einkaufszentrum von der Größe, der Sortimentszusammensetzung und der Qualität so ausgelegt ist, dass es der Handelsentwicklung in Dortmund nicht schadet, sondern als sinnvolle Ergänzung des bestehenden Angebotes an den Start geht. Das neue Zentrum muss der Stadt dienen, nicht umgekehrt“, erklärt Verbands-Geschäftsführer Dr. Wilm Schulte. Hauptkritikpunkte sind die im Gutachten angenommenen Umverteilungseffekte in der City und in den Stadtteilen. „Sie sind aus unserer Sicht deutlich zu niedrig angesetzt, die ‚Strahlwirkung‘ des neuen Zentrums damit erheblich überschätzt“, meint Schulte.

Weniger skeptisch ist da IHK-Hauptgeschäftsführer Reinhard Schulz, der die Qualität des Investors und der Lage des Thier-Areals am Westenhellweg hervorhebt. Es dürfe kein Flurschaden entstehen, aber auch die wirtschaftlichen Interessen des Investors müssten berücksichtigt werden. „Da ist die Politik gefragt.“ Seit Fazit: „Das geplante Einkaufscenter auf dem Thier-Gelände wäre ein Gewinn für die City.“

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