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Strenger geht's nimmer

Sind aufgrund der US-Hypothekenkrise Auswirkungen auf die Kreditvergabe heimischer Geldinstitute zu befürchten? Wir fragten nach.

05.10.2007

Der Vorstand im Verband der Vereine Creditreform, Prof. Helmut Rödl, hatte in einem Interview in den Ruhr Nachrichten prognostiziert, dass sich die Bonitätsbewertungen für mittelständische Betriebe verschärfen werden.

"Ich sehe das nicht so wie Herr Rödl", erklärt dazu Claus-Dieter Weibert (1. Foto), stellvertretender Hauptgeschäftsführer bei der Industrie- und Handelskammer. "Bisher merken wir keine Auswirkungen." Darüber hinaus sei die Mittelstandsfinanzierung bereits mit relativ hohen Bonitätsprüfungen verbunden, "da kann man nicht noch strenger werden".

Auch Stefan Rundholz (2. Foto), Bauunternehmer und Vorsitzender des Bundes Junger Unternehmer, hat keine große Angst, dass sich die Kreditvergabe verschärfen wird. Als vor ein paar Jahren "das Theater" um das Rating nach Basel II getobt habe, sei gesagt worden, "ihr müsst jetzt eure Eigenkapitalquote erhöhen. Und wir im Bau gehörten damals zur Risikobranche Nr. 1", so Rundholz. Aber aus seiner Sicht habe sich nichts verändert. "Vor Basel II ist die Bonität geprüft worden und hinterher eben auch." Nicht zu vergessen sei, dass auch die Banken untereinander im Wettbewerb um Kunden stehen würden.

Dorothee Schenten (Foto), Bezirksgeschäftsführerin des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW), hat hingegen durchaus erfahren, dass kreditwillige Unternehmer befürchten, "dass die Spekulationskrise die Kreditvergabe massiv beeinflussen wird. Als Folgen werden höhere Darlehenszinsen, noch mehr Sicherheiten, die gefordert werden und ein zögerlicher Vergabemodus befürchtet."

Sie gibt zu bedenken: "Die Spekulationslust in Bankenkreisen kann anscheinend so lange unkontrollierte Ausmaße annehmen, bis dass der Erste auf die Nase fällt, wie im Falle der IKB AG Düsseldorf oder auch der Landesbank Sachsen geschehen. Die KfW rettet die IKB mit enormen Finanzmitteln vor der Insolvenz. Die KfW ist allerdings zur Stützung und Förderung des Mittelstands da und dafür fehlen jetzt erst einmal Millionen. Das ist Fakt!" Bettina Kiwitt

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